Wie aktuell durchgesickert ist – in Insiderkreisen sowieso schon ein offenes Geheimnis –, begrüßt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am Donnerstagnachmittag Gäste aus der oberen Führungsriege der Chemiebranche. Die Einladungsliste liest sich wie ein 'Who-is-Who': CEOs namhafter Unternehmen wie Julia Schlenz (Dow Deutschland), Markus Steilemann (Covestro) und Christian Hartel (Wacker Chemie), dazu Vertreter:innen des Verbands der Chemischen Industrie und der IG BCE werden erwartet. Politico spricht von einem intensiven Austausch, und auch das Wirtschaftsministerium selbst hat das Treffen bestätigt. Interessant: Bundesumweltminister Carsten Schneider wird ebenfalls ab 16 Uhr vertreten sein und eine eigene Ansprache halten – sein Ministerium hat das bereits öffentlich angekündigt. Die Gesprächsschwerpunkte sind recht breit: Umweltrecht, die nächsten Schritte in eine nachhaltige Grundstoffchemie, technologische Sprünge durch Innovationen und KI – fast schon ambitioniert, alles in gut anderthalb Stunden zu pressen. Übrigens: Als Auftakt zur sogenannten 'Chemieagenda 2045' bildet dieses Treffen gewissermaßen die Initialzündung für langfristige Reformen. Man darf also gespannt sein, ob es nur beim Austausch bleibt oder tatsächlich bald Konkretes folgt. (Kleine Randnotiz: Auf die Anwesenheitslisten solcher Treffen darf man ja fast schon wetten, so regelmäßig, wie sie Industrie und Politik zusammenbringen…)
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat zentrale Akteure der deutschen Chemieindustrie wie führende CEOs und Verbände zusammen mit Umweltminister Carsten Schneider am Donnerstag ins Wirtschaftsministerium geladen. Im Fokus stehen zentrale Fragen zum gesetzlichen Rahmen, nachhaltiger Grundstoffchemie und der weiteren Rolle digitaler Innovationen bis 2045 – alles unter dem Dach einer neuen Chemieagenda, die im Koalitionsvertrag versprochen wurde. Wie verschiedene aktuelle Berichte betonen – etwa die FAZ oder die taz –, ist insbesondere die Transformation hin zu umweltfreundlicheren Produktionsmethoden und die energiepolitische Lage zentraler Diskussionspunkt; nicht zuletzt vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheiten durch geopolitische Krisen, hohe Energiekosten und die anstehende EU-Chemikalienregulierung. Zudem wird in der jüngsten Berichterstattung häufig darauf hingewiesen, dass der Standort Deutschland innovativ bleiben muss, um internationalen Anschluss nicht zu verlieren. Ein spannender Aspekt ist, dass die Gewerkschaften zunehmend darauf pochen, soziale Belange bei Transformationsprozessen stärker mitzudenken – nicht jeder sieht darin bisher Priorität. In den Online-Ausgaben führender Medien lässt sich außerdem beobachten, dass gerade die Verzahnung von Ökologie und Effizienz bei der Chemiewende zu kontroversen Debatten führt.