In den vergangenen Tagen haben ranghohe Offizielle in Washington laut US-Medien (darunter CNN) Donald Trump umfassend über eine ganze Palette an möglichen Aktionen gegen den Iran gebrieft. Offenbar stehen besonders die Sicherheitsapparate des iranischen Regimes – die eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung der aktuellen Protestwelle spielen – als Ziel im Raum. Allerdings herrscht in Regierungskreisen eine gewisse Skepsis, ob solche Militärschläge überhaupt die gewünschte Wirkung hätten. Ein nicht unerheblicher Teil der Entscheidungsträger fürchtet, dass ein Einschreiten von außen eher zu Solidaritätseffekten innerhalb der iranischen Gesellschaft führen könnte, statt die Protestierenden zu stärken. Ebenso schwebt die Gefahr im Raum, dass der Iran seinerseits militärisch reagiert. Theoretisch ist also alles möglich – doch tatsächlich hat sich Trump noch nicht festgelegt. Angesichts der hohen Dunkelziffer und der offiziell bereits auf weit über hundert gestiegenen Toten (Zahlen der Organisation HRANA) verführen auch Verantwortungsgefühl und Entsetzen zur schnellen Reaktion – aber die Folgen bleiben ungewiss.
Die Meldung wirft einen scharfen Blick auf die schwierige Gratwanderung, vor der die US-Regierung in Bezug auf die anhaltende Repression im Iran steht. Erste Recherchen zeigen, dass Experten und Medien die Lage ambivalent beurteilen: Ein sofortiges militärisches Eingreifen wird zwar teilweise als Signal der Unterstützung für die Protestierenden gesehen, birgt jedoch erhebliche Risiken – so könnten iransiche Hardliner gestärkt oder ungewollte Gegenreaktionen provoziert werden. Gleichzeitig nehmen die Opferzahlen im Iran rapide zu; laut internationalen Nachrichtenagenturen und Menschenrechtsgruppen überschreiten sie vermutlich längst die offiziell bekannten Werte.