Warnungen vor Anschlägen gegen jüdische Gemeinschaft nach Tod Khameneis

Angesichts der Nachrichten über den Tod des iranischen Oberhaupts Ali Khamenei betont Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, die Gefahr wachsender Terrorgefahr für jüdische Einrichtungen in Deutschland. Laut Klein könnte der Iran seine hiesigen Netzwerke für mögliche Anschläge mobilisieren.

heute 13:09 Uhr | 2 mal gelesen

Dass sich Konflikte im Nahen Osten schnell in Europa widerspiegeln, ist leider längst kein Novum mehr – eigentlich fast so vorhersehbar wie das Wetter in Hamburg im Herbst. Felix Klein hat darauf hingewiesen, dass besonders nach dramatischen Entwicklungen wie aktuellen Luftangriffen auf den Iran regelmäßig eine Zunahme von Angriffen auf jüdisches Leben in der Bundesrepublik droht. Er ist nicht zufrieden, aber immerhin erleichtert, dass die deutschen Behörden offenbar umgehend reagieren und für größere Sicherheitsvorkehrungen vor Synagogen und anderen Orten sorgen – man kennt das Prozedere mittlerweile leider gut. Neben Klein meldet sich auch CDU-Politiker Christoph de Vries zu Wort, der offen die Tötung von Khamenei begrüßt und sie als Wendepunkt für Demokratie und Sicherheit im Nahen Osten bewertet. Er hält das Ende des 'Mullah-Regimes' für absehbar und sieht darin nicht nur für die Region, sondern auch für die islamistischen Netzwerke mit Stützpunkt Teheran in Deutschland ein nahendes Ende. Bis dahin, so der Appell, sollten die deutschen Sicherheitskräfte jedoch Tag und Nacht für den Schutz von jüdischem, israelischem und amerikanischem Leben in Deutschland sorgen. Hintergrund für die Angst vor neuen Gewalttaten ist die Großoffensive von USA und Israel, bei der Khamenei ums Leben kam und die Gegenreaktionen Teherans, welche nicht ausblieben. Letztlich bleibt – vielleicht auch als inneres Zögern – die Frage, ob Gewalt tatsächlich neue Freiheit oder nicht vielleicht doch eher neue Gewalt bringt.

Im Zuge der Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran – insbesondere nach dem Tod von Ali Khamenei – warnen deutsche Behörden vor wachsender Bedrohung für jüdische Einrichtungen und Menschen mit israelischen oder amerikanischen Wurzeln. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden deutlich intensiviert, da sowohl staatliche als auch zivilgesellschaftliche Akteurinnen in Deutschland eine steigende Gefahr durch möglicherweise aktivierte Netzwerke des Irans sehen. Parallel verhandeln Politiker und Experten öffentlich über die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen für die Demokratiebewegung im Iran, aber auch über die Sicherheit in Europa selbst. Für viele stellt sich die bange Frage, wie die Folgen eines derart historischen Schlags einzuordnen sind: Befreiungsschlag, Flächenbrand oder vielleicht, wie so oft, einfach beides – mit all seinen Risiken. Übrigens mehren sich journalistische Stimmen, die vor Überreaktionen und Stigmatisierung warnen und darauf hinweisen, wie wichtig jetzt klare Kommunikation statt vorschneller Verdächtigungen ist.

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