Trump gründet offiziell umstrittenen Friedensrat in Davos

Mit großem Auftritt in Davos unterzeichnet Donald Trump gemeinsam mit internationalen Vertretern die Gründungsurkunde seines neuen "Friedensrats". Die Initiative soll laut Trump den ewigen Frieden fördern, wird aber von vielen Beobachtern skeptisch gesehen.

heute 12:00 Uhr | 2 mal gelesen

Während eines medial begleiteten Auftritts im Herzen des Forums von Davos stellte Donald Trump seinen sogenannten "Board of Peace" der Weltöffentlichkeit vor. Die Gründungszwecke klangen gewaltig: Man wolle, so Trump, den 'ewigen Frieden' erreichen – kein geringeres Ziel. Gleichzeitig ließ er durchblicken, dass es auch um konkrete Kooperation mit bestehenden Strukturen wie den Vereinten Nationen gehen solle, insbesondere in krisengeschüttelten Regionen wie Gaza. Irgendwie schien das alles im Widerspruch zu stehen, denn während Trump stolz von neuer Entwicklungshilfe für Gaza sprach, ist bekannt, dass seine Regierung das weltweite Hilfebudget gekürzt hat. Ursprünglich war der Friedensrat wohl dazu gedacht, im Gazastreifen als eine Art Überwachungsorgan zu agieren, aber inzwischen ist von weit umfassenderen Plänen die Rede – die Agenda wirkt auf einmal global. Der Verdacht liegt nahe, dass Trump hier vor allem auch ein Gegengewicht zur UNO schaffen möchte. Die Liste der beteiligten Staaten liest sich bunt und teils überraschend: Neben Argentinien und Armenien wirken auch Katar, Saudi-Arabien und die Mongolei mit. Aus der EU haben nur Ungarn und Bulgarien zugesagt, während etwa Deutschland und Großbritannien sich bislang auffällig reserviert verhalten. Das passt ins Bild, denn es gibt offenbar Zweifel – vielleicht Misstrauen – an Trumps wahren Absichten.

Die Gründung des "Board of Peace" wirbelt Staub auf: Während sich einige Länder wie Ungarn und Bulgarien beteiligen, reagieren viele europäische und westliche Staaten abwartend oder gar skeptisch. Politische Analysten und Medien kritisieren, dass Trumps Initiative womöglich die Rolle der UNO schwächen und eigene geopolitische Ziele verschleiern könnte. Darüber hinaus bezweifeln diverse Organisationen, ob die USA unter Trump überhaupt die Glaubwürdigkeit besitzen, eine neutrale Friedensplattform zu schaffen, da angesichts der drastischen Kürzungen bei Entwicklungshilfe und der unklaren Mandatsausweitung wenig Vertrauen herrscht. Laut "taz" ist international die Skepsis gegenüber Trumps Friedensgipfel erheblich, da viele Beteiligte autoritäre Regime vertreten und echte Friedensbemühungen daher fraglich erscheinen (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). Neue Entwicklungen um den Friedensrat zeigen, dass insbesondere die EU und die UNO Betrebungen dieser Art kritisch beobachten; "Spiegel Online" berichtet, dass diplomatische Vertreter hinter vorgehaltener Hand von einem PR-Coup sprechen, dem es an Substanz mangele (Quelle: [spiegel.de](https://www.spiegel.de)). Die „Süddeutsche Zeitung“ hebt hervor, dass die Auswahl der Mitglieder nicht auf allgemeinen Konsens oder transparente Kriterien fuße, sondern größtenteils auf bilateralen Verhandlungen, was das Grundvertrauen in das Projekt mindere (Quelle: [sueddeutsche.de](https://www.sueddeutsche.de)).

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