Ukraine erwägt Drohnenlieferungen an Deutschland als Ersatz für US-Marschflugkörper
Da die USA künftig auf die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland verzichten wollen, macht die Ukraine Berlin ein ungewöhnliches Angebot: Sie könnte Drohnen und Raketen mit großer Reichweite bereitstellen – und damit eine Art Lücke in der NATO-Verteidigungsstrategie füllen.
Alonya Getmanchuk, Botschafterin der Ukraine bei der NATO in Brüssel, erklärte gegenüber der 'Welt': 'Wir können die Fähigkeiten der NATO zur Durchführung von Präzisionsschlägen in großem Maßstab verbessern und fehlende Kapazitäten künftig ausgleichen.'
heute 02:03 Uhr | 2 mal gelesen
Das Angebot der Ukraine richtet sich konkret an NATO-Staaten wie Deutschland, die von den USA eigentlich Unterstützung für Präzisionsschläge erwartet hatten. Getmanchuk betont: Falls Deutschland oder andere Länder zukünftig Bedarf anmelden, könnten sie nicht nur Waffen erhalten, sondern auch das Know-how, das die Ukraine beim Einsatz von Drohnen und Raketen unter schwierigen Kriegsbedingungen gesammelt hat. Besonders im Bereich der Präzisionsschläge in feindliches Territorium seien die jüngeren Erfahrungen ihrer Streitkräfte einzigartig. Die Ukraine spricht von „innovativen Lösungen“ bei Drohnenabwehr und Offensive – und sieht sich als wertvollen Know-how-Lieferanten, wo die NATO Lücken hat. Diese Perspektive klingt beinahe selbstbewusst und wirft zugleich Fragen auf, wie realistisch eine solch tiefgehende Zusammenarbeit angesichts geopolitischer Spannungen wirklich ist.
Die Ukraine macht ein strategisch interessantes Angebot an Deutschland: Da die USA künftig auf weitreichende Marschflugkörper in Deutschland verzichten, will die Ukraine einspringen und Drohnen oder Raketen liefern – samt eigener Kriegserfahrung. Botschafterin Getmanchuk argumentiert, ihr Land habe sowohl die Technik als auch das nötige Praxiswissen im hochmodernen Drohnen-Krieg gesammelt, das der NATO helfen könnte, relevante Verteidigungsfähigkeiten abzusichern. In aktuellen Medienberichten wird außerdem deutlich, dass Russland die Ukraine stetig mit großflächigen Drohnenangriffen überzieht und die ukrainische Seite daraufhin immer weiter an ihrer Drohnenabwehr sowie an eigenen Drohnen-Offensiven arbeitet – was das Angebot in diesen Tagen besonders aktuell und brisant macht. Inzwischen wurde auf mehreren Seiten berichtet, dass Russland kürzlich intensive Drohnen- und Raketenangriffe auf Infrastruktur in mehreren Städten der Ukraine durchgeführt hat, was wiederum die Bedeutung und Entwicklung solcher Systeme akzentuiert.