Am Sonntag bekam das Publikum im Stadion An der Alten Försterei ein Spiel zusehen, das so manchen Fan an den Rand der Verzweiflung brachte – vor allem, wenn das Herz ein wenig stärker für Union Berlin schlägt. Anfangs schienen die Rollen klar verteilt: Union war präsenter, wirkte irgendwie spritziger, aber dann – wie aus dem Nichts – kam in der 25. Minute dieser Wahnsinnsschuss von Pereira Lage für St. Pauli, der aus 25 Metern einfach mal draufhielt, woraus die Hamburger Führung resultierte. Bitter, denn Union drängte mit allem, was die Stiefel hergaben, fand aber immer wieder seinen Meister in Vasilj, der im Tor der Gäste wie eine Gummiwand wirkte.
Nach der Pause dann Comeback-Alarm bei Union: Ecke von Köhn, Ilic steigt fast unverschämt lässig hoch – zack, per Kopf zum Ausgleich (52.). Ab dann ging’s hin und her, als wäre auf beiden Seiten plötzlich das Gaspedal eingeklemmt. St. Pauli tauchte einige Male gefährlich vor dem Berliner Tor auf, doch letztlich reichte es nicht mehr; auch nicht, als ihr Kapitän Irvine sich in der Nachspielzeit nach einem heftigen Einsteigen die Ampelkarte abholte. Das Remis ändert am Tabellenbild wenig: St. Pauli steht weiter auf Platz 16, Union rutscht auf den zehnten Rang ab. Weiter geht's für Pauli am kommenden Samstag gegen Bayern – und Überraschungen hat diese Saison ja schon einige geliefert. Bei Union lautet der nächste Gegner Heidenheim.
Union Berlin zeigte gegen den FC St. Pauli eine wechselhafte Leistung und schaffte es trotz Überlegenheit in der ersten Halbzeit erst nach der Pause zu einem Unentschieden. Das Spiel war geprägt von starken Torhüterleistungen und einem offenen Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit, bei dem beide Teams Chancen auf den Sieg besaßen. Für Union bedeutet das Ergebnis einen Dämpfer im Kampf um die obere Tabellenhälfte, während St. Pauli mit dem Punktgewinn weiterhin im Abstiegskampf steckt und nächste Woche vor einer schweren Aufgabe gegen den FC Bayern München steht.
Laut aktuellen Berichterstattungen wurde besonders das hohe Tempo der Partie gelobt sowie die kämpferische Einstellung von St. Pauli mit einem Mann weniger in der Schlussphase. In einschlägigen Fußball-Medien wird außerdem diskutiert, dass Unions Trendkurve im Saisonendspurt noch Luft nach oben lässt. Über die Bedeutung Irvines Platzverweis wird unterschiedlich spekuliert – manche Stimmen sehen darin gar einen Weckruf für das Team. Beide Klubs stehen mittlerweile besonders unter Beobachtung, da die letzten Spieltage noch einige überraschende Wendungen für den Abstiegskampf bringen könnten.