Kurz gefasst:
Altersstruktur zwingt Unternehmen zum Umdenken
Knapp 40 % der deutschen Firmen agieren bereits aktiv, um ältere Beschäftigte länger im Arbeitsprozess zu halten. Besonders beliebt sind flexible Beschäftigungsmodelle: 60 % setzen auf Minijobs, 58 % auf Teilzeit. Aber: Nur ein Viertel der erwerbstätigen Rentner:innen arbeitet tatsächlich in Vollzeit, wohingegen 11 % auf sogenannte 'Midi-Jobs' und 5 % auf freiberufliche Verträge entfallen.
„Wissen verliert man schnell – gerade wenn ältere Kolleg:innen gehen“, gibt Carlotta Köster-Brons von Randstad Deutschland zu bedenken. Es gibt zwar immer mal wieder Sparrunden – etwa in der Automobilbranche – doch gerade Gesundheitswesen, Bau und IT suchen händeringend Personal. Immerhin ist schon mehr als ein Drittel der Beschäftigten über 50 – das macht den Blick in die Zukunft nicht gerade entspannter.
Aktivrente – ein Pflaster, aber kein Allheilmittel
Kann die Aktivrente das Angebot an Arbeitskräften sichern? Das Stimmungsbild ist durchwachsen: Rund 36 % der befragten Personaler:innen bewerten das Instrument als eher hilfreich, der Rest bleibt skeptisch oder neutral. Es herrscht Einigkeit: Ohne weitere Maßnahmen, wie mehr Berufsbeteiligung von Frauen und vereinfachte Zuwanderung, wird der Wandel kaum zu stemmen sein.
Zur Umfrage
Die genannten Zahlen entstammen der Randstad-ifo-HR-Befragung Q1 2026 mit bis zu 1000 teilnehmenden Unternehmen quer durch alle Branchen. Die Studie findet vierteljährlich unter Leitung des ifo-Instituts für Randstad statt.
Zur Firma Randstad
Randstad vermittelt weltweit Personal und versteht sich als Brückenbauer zwischen Talenten und Arbeitgebern. Mit 28.200 Beschäftigten und fast 400 Standorten in Deutschland bringt die Firma Erfahrung – und auch die nötige Marktkenntnis – ins Spiel. Seit über 50 Jahren in der Bundesrepublik aktiv, betreut Randstad beachtliche Zahlen: 1,7 Millionen Menschen jährlich weltweit in Lohn und Brot gebracht, 2025 mit einem Umsatz von über 23 Milliarden Euro.
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Quelle: Randstad Deutschland GmbH & Co. KG
Es bleibt festzuhalten: Der demografische Wandel ist längst kein fernes Szenario mehr, sondern zwingt Unternehmen in Deutschland zum Umsteuern. Die Aktivrente wird in der Praxis als ergänzendes Werkzeug gesehen, doch ihre tatsächliche Zugkraft bleibt aus Sicht vieler Entscheider:innen begrenzt. Viel entscheidender ist offenbar die Fähigkeit der Unternehmen, in Eigenregie alternde Belegschaften flexibel einzubinden, neue Zielgruppen für sich zu erschließen und bürokratische Hürden – vor allem bei der Zuwanderung – endlich abzubauen. Aktuelle Berichte auf taz.de und deutsche-wirtschafts-nachrichten.de belegen zudem, dass die Beschäftigungsquote älterer Menschen zwar steigt, sich aber die Arbeitsbedingungen für diese Gruppe kaum verbessern – viele arbeiten aus finanzieller Not länger (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). Außerdem diskutieren Branchenverbände und Politik derzeit, wie der gewaltige Fachkräftemangel durch bessere Anerkennung ausländischer Qualifikationen und digitalisierte Weiterbildungsangebote weiter entschärft werden kann (Quelle: [deutschland.de](https://www.deutschland.de)). Ein wichtiges, aber wenig beachtetes Detail: Während große Konzerne mit Strategien für Silver Workers vorangehen, bleiben kleine Mittelständler oft zurückhaltend und schlecht vorbereitet (Quelle: [spiegel.de](https://www.spiegel.de)).