Man mag meinen, der große KI-Zug habe die PR-Branche im Eiltempo überrollt, aber ganz so einfach ist die Realität nicht. Gerade, wenn’s ans Eingemachte geht – rechtlich brisante Inhalte, Ad-hoc-Meldungen, Compliance oder interne Kommunikation bei strategischen Themen – zeigt sich Zurückhaltung: 43 Prozent der Befragten winken ab, sobald KI zu viel juristisches Feingefühl bräuchte. Immerhin 38 Prozent mögen keine künstliche Beteiligung bei firmeninternen Belangen, wenn es um sensible Infos geht. Und für Krisensituationen? Auch da sagt ein Drittel: Lieber keine maschinelle Hilfe – das Risiko, den Ton zu verfehlen, scheint zu hoch.
Was KI-generierte Multimedia-Inhalte betrifft, ist das Bild ähnlich differenziert: Über ein Drittel trauen Videos oder Audios aus reiner Algorithmen-Hand nicht über den Weg. Bei Bildern hingegen ist der Widerstand etwas geringer – offensichtlich ist ein KI-Bild eher akzeptiert als ein synthetischer Podcast. Und dann sind da noch graue Zonen: Direkter Medienkontakt zum Beispiel. Zwar bleiben bei Medienanfragen klassische menschliche Antworten dominant (35 Prozent verzichten dort auf KI), aber beim Themenvorschlagen spielt der Mensch doch öfter mit Computerunterstützung.
Wenn es um öffentliche Stellungnahmen oder Reden im Namen der Geschäftsführung geht, sinkt die Skepsis: Jeweils nur rund ein Viertel der Befragten schließen KI vollständig aus. Ganz am anderen Ende des Spektrums: Social-Media-Community-Management. Dort scheinen Automatismen und Bots fast schon Standard zu sein. Nur jeder sechste Profi hält Social Media noch komplett KI-frei. Interessant: Eine kleine, aber nicht unbedeutende Gruppe (17 Prozent) kann sich vorstellen, KI grundsätzlich überall einzusetzen.
Hinter all dem steht eine regelmäßige, datenbasierte Stimmungsabfrage der Branche. Der PR-Trendmonitor will keine KI verteufeln, aber auch keine Worthülse aufbauschen – er fragt nach, wo Bauchgefühl und Verantwortung die Oberhand behalten. Vielleicht ein bisschen wohltuend altmodisch in stürmischen Digitalzeiten.
Der PR-Trendmonitor 2026 zeigt: Vor allem bei rechtlichen, sensiblen oder kritischen Inhalten bevorzugen PR-Profis weiterhin den menschlichen Faktor und meiden dort Künstliche Intelligenz. Das Misstrauen gegenüber KI-generierten Videos und Audios bleibt hoch, während Bilder häufiger akzeptiert werden – wohl auch, weil visuelle KI-Ergebnisse simpler zu kontrollieren scheinen. Außerhalb der heiklen Kommunikationsfelder wächst der KI-Einsatz jedoch stetig, vor allem im Social-Media-Bereich sowie in der klassischen Medienarbeit, wobei viele Profis zwischen vorsichtiger Neugier und rationalem Risiko abwägen.
Nach Recherchen aktueller Nachrichtenquellen (u. a. FAZ, Süddeutsche, t3n, ZDF, Perspective Daily und Spiegel) ist die Debatte um KI-Transparenz und Haftung in der Unternehmenskommunikation weiterhin sehr präsent: Die EU arbeitet an spezifischen Richtlinien (Stichwort „AI Act“), um insbesondere rechtliche Grauzonen und verantwortbaren KI-Einsatz klarer zu regeln. Auch das Thema Daten- und Persönlichkeitsschutz sorgt angesichts KI-basierter Analyse-Tools für neue Bedenken, etwa darüber, wie maschinengenerierte Informationen überprüft und validiert werden können. Die aktuelle Branchenlage zeigt, dass Unternehmen zunehmend auf hybride Strategien setzen – mit KI dort, wo sie Nutzen verspricht, aber auch mit klarem menschlichen Korrektiv bei sensiblen Themen und Rechtsfragen.