Van Aken warnt: Deutschland droht Trumps Repressalien bei Wegschauen

Der Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, gibt zu bedenken, dass auch Deutschland ins Visier von Donald Trump geraten könnte, sofern man seinen Übergriff auf Venezuela stillschweigend hinnimmt.

05.01.26 08:50 Uhr | 29 mal gelesen

Manchmal brennt ein Haus am Ende der Straße und niemand reagiert – entschuldigt, aber dieses Bild lässt mich nicht mehr los. Jan van Aken hat gegenüber RTL und ntv im Grunde genau das gesagt, nur eben globaler: Wenn Staaten, die sich einst als Verbündete bezeichnet haben, einfach zusehen, wenn ein Nachbar überfallen wird – sei es Venezuela oder ein anderes Land –, zieht das Kreise. Dann wird nicht nur das eine weitere Land, sondern irgendwann eben auch wir selbst Ziel solch fragwürdiger Politik. Besonders kritisch sieht van Aken den Umgang von Kanzler Merz – ja, Merz – mit Trump. Anstatt dem US-Präsidenten offen den Völkerrechtsbruch vorzuhalten, herrsche Schweigen. Ehrlich gesagt, klingt das für mich nach gefährlicher Routine. Denn wann, wenn nicht jetzt, sollte man Klartext reden? Sonst, so van Aken, erhöht Trump einfach weiter den Druck – wirtschaftlich, diplomatisch oder wenn’s sein muss, auch militärisch. Er brachte, etwas überspitzt vielleicht, Grönland als nächstes mögliches Ziel ins Spiel. Ein Seitenhieb auf die mutmaßlichen Pläne Trumps, sich in Sachen Nordatlantik weiter auszubreiten? Möglich. Und während Dänemark quasi im Regen stehe, weil von Merz kaum Solidarität zu hören sei, bleibt das Risiko bestehen, zum nächsten 'Fall' zu werden. Interessant: Die Angst, Trump könnte bei zu viel europäischer Kritik die Ukraine im Stich lassen, hält van Aken für überschätzt. Viel gefährlicher, meint er, wäre das Signal, dass unbegrenztes Wegschauen das neue Normal wird und Trump letztlich ungebremst aus der Weltgemeinschaft ausschert. Klingt alles leider sehr plausibel, ob man Linken-Politik nun zustimmt oder nicht.

Jan van Aken, Vorsitzender der Linken, mahnt deutlich, dass Deutschland selbst zum Opfer von US-Präsident Trump werden könnte, wenn dessen Vorgehen in Venezuela unbeachtet bleibt. Er übt scharfe Kritik an Kanzler Merz, der es laut van Aken versäume, Trumps Völkerrechtsbrüche offen zu benennen – mit der Konsequenz, dass Trump weiter Druck auf andere Staaten ausübt. Die viel diskutierte Furcht vor einem Ende der US-Unterstützung für die Ukraine stuft van Aken im Vergleich als nachrangig ein und hebt hervor, dass ein passives Verhalten Europas Trump zu noch rücksichtsloseren Alleingängen ermutigen könnte. Ergänzend berichten andere Medien aktuell, dass sich die Beziehungen zwischen Europa und den USA unter Trump weiter abkühlen könnten, angesichts wachsender protektionistischer Tendenzen und Unsicherheiten über US-Beteiligung an internationalen Bündnissen. So warnt etwa die Süddeutsche Zeitung vor einer 'Erosion transatlantischer Beziehungen', während laut taz auch in Dänemark die Sorge wächst, von den westlichen Partnern im Stich gelassen zu werden. Nach Recherchen der FAZ stehen mehrere europäische Regierungen derzeit unter zunehmendem Druck, sich klarer gegenüber Washington zu positionieren und diplomatisch Flagge zu zeigen.

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