Manchmal trifft es die politische Sorgenlaune auf den Punkt: "Europäischer Zusammenhalt ist unsere stärkste Waffe", warnt Wadephul am Montag klar und deutlich. Es genüge längst nicht mehr, lediglich Symbolpolitik zu betreiben – vielmehr müsse Europa bereit sein, das eigene Schicksal beherzt in die Hand zu nehmen. In seinen Worten klingt nicht nur Besorgnis, sondern auch ein Hauch Trotz: "Nur durch gemeinsames Auftreten und entschlossene Maßnahmen gegenüber Russland können wir deren Aggression eindämmen." Dabei hebt er die Einigkeit zwischen Deutschland und Litauen hervor. Pragmatische Ansagen, wie intensivere Kontrollen in der Ostsee, wachsamere Haltung und gezielte Investitionen in die Infrastruktur, scheinen für ihn keine leeren Worthülsen zu sein. Das jüngste Beispiel: Die NATO-Mission "Baltic Sentry" läuft offenbar bereits mit Erfolg und wird von Berlin als Beweis der Handlungsfähigkeit gewertet.
In seinen geplanten Gesprächen mit litauischen Partnern will Wadephul noch einen Schritt weitergehen – es gehe darum, Europa von Berlin bis Vilnius widerstandsfähiger zu machen, denn die Vielfalt der russischen Bedrohung bleibe ein Risiko. Auch der Besuch der in Litauen stationierten deutschen Brigade steht auf seinem Zettel, was Wadephul als doppeltes Signal versteht: Sowohl die Brisanz der gegenwärtigen Lage als auch das tiefe Bekenntnis Deutschlands, den baltischen Staaten nicht nur verbal zur Seite zu stehen. "Dass sich unsere Soldaten erstmals außerhalb Deutschlands dauerhaft engagieren, unterstreicht, wie ernst wir den Schutz unserer Partner nehmen", so sein Fazit. Es klingt, als wolle er sagen: Diesmal ist es kein reiner diplomatischer Small Talk.
Wadephul stellt vor seiner Auslandsreise nach Litauen klar, dass ein verstärkter europäischer Zusammenschluss unabdingbar sei, um auf die wachsende Gefahr aus Russland zu reagieren. Deutschland und Litauen zögen laut ihm am gleichen Strang, insbesondere bei der Abschreckung und Verteidigung, wie sie durch die dauerhafte Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen und verstärkte militärische Maßnahmen in der Ostsee deutlich wird. Diese Position steht im Kontext jüngster Entwicklungen an den EU-Ostgrenzen, der Ankündigung weiterer NATO-Übungen und wachsender Sorgen vor russischer Einflussnahme in den baltischen Staaten. Zusätzlich thematisieren aktuelle Debatten in deutschen und europäischen Medien die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie gegen hybride und militärische Bedrohungen, wie sie Russland etwa durch Desinformationskampagnen oder Cyberangriffe auszuüben versucht. Im litauischen Vilnius haben führende Politiker zuletzt betont, dass zügiges und kohärentes Handeln innerhalb der EU und NATO wichtigste Voraussetzung für eine dauerhafte Friedenssicherung sei. In Deutschland wächst parallel die Bereitschaft, sicherheitspolitisch mehr Verantwortung für den europäischen Osten zu übernehmen und Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur als Gemeinschaftsaufgabe zu betrachten.