Am Rande einer ansonsten routinierten Fraktionssitzung am Dienstag fiel eine Entscheidung, die in vielerlei Hinsicht Symbolcharakter für den aktuellen innerparteilichen Zustand der AfD besitzt. Fast 100 Abgeordnete stimmten laut Teilnehmerangaben dafür, Jan Wenzel Schmidt aus ihren Reihen zu verbannen; lediglich ein paar einstellige Stimmen sprachen sich dagegen aus oder enthielten sich. Für solch einen Ausschluss braucht es strenge Mehrheitsverhältnisse – die stimmten hier aber locker. Schmidt hatte zuvor angeboten, bis zur Sommerpause auf seine Mitgliedschaft in der Fraktion zu verzichten, aber offenbar überzeugte das die Abgeordneten denkbar wenig. Der eigentlichen Abstimmung vorausgegangen war bereits ein Ausschlussverfahren des Landesvorstands Sachsen-Anhalt: nicht zu vergessen, hier war Schmidt eine Weile lang Generalsekretär und hatte sich 2025 das Direktmandat gesichert. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Unklarheiten in Geschäftsbeziehungen Richtung China, Fragezeichen bei der Anstellung von Mitarbeitern – Schmidt wiederum weist die Anschuldigungen kategorisch zurück. Wohlbemerkt: Er wirft im Gegenzug den Verantwortlichen auf Landesebene harsche Vetternwirtschaft vor. Wer dabei am Ende Recht behält? Es bleibt offen, zumindest vorerst.
Jan Wenzel Schmidt galt als aufstrebendes Gesicht der AfD, bis interne Streitigkeiten und verschiedene Verdachtsmomente seinen Status ins Wanken brachten. Der Ausschluss aus der Bundestagsfraktion ist insofern bemerkenswert, als Fraktionen allgemein mit solchen Maßnahmen eher zögern – hier war der Riss aber offenbar zu tief. In den letzten Tagen haben verschiedene Medien neue Details zu den Vorwürfen gegen Schmidt und zu den internen Grabenkämpfen bei der AfD veröffentlicht: Berichterstattung der FAZ bestätigt, dass sich die Partei zunehmend in Risiken durch persönliche Fehden und öffentliche Skandale verstrickt (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)), während Spiegel und taz verstärkt auf die Reibereien zwischen Schmidt und dem Landesvorstand Sachsen-Anhalt eingehen, die von einem Mangel an Vertrauen und Reformwillen geprägt sind (Quelle: [Spiegel](https://www.spiegel.de), [taz](https://taz.de)). DW hebt zudem die teils widersprüchlichen Aussagen über die angeblichen Verbindungen nach China hervor und sieht in Schmidts Fall ein Beispiel für fortgesetzte Turbulenzen in der Partei (Quelle: [DW](https://www.dw.com)). Es bleibt offen, was die Ermittlungen ergeben und wie sich Schmidts Karriere abseits der AfD weiterentwickelt.