Immer öfter werden über dem Berliner Regierungsviertel Drohnen gesichtet – das sei nicht mehr nur ein kurioses Randerscheinungsbild, sondern zunehmend eine ernste Angelegenheit, betont Dobrindt in einem Schreiben an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Wie die "Rheinische Post" berichtet, weist er deutlich darauf hin, dass der Schutz zentraler Verfassungsinstitutionen angesichts der diffusen Gefährdungslage höchste Priorität haben müsse. In Dobrindts Worten: "Es bedarf einer dauerhaften, effektiven Drohnenabwehr zum Schutz der Gebäude des Bundes." Bereits vor Monaten hatte Klöckner den Innenminister gebeten zu prüfen, inwiefern die neue Bundespolizei-Einheit zur Drohnenabwehr auch den Bundestag schützen könne. Dazu Dobrindt eher zurückhaltend: Nur im begrenzten Rahmen und auf konkrete Anfrage sei das überhaupt möglich, und die vollständige Verantwortung liege eigentlich bei der Berliner Landespolizei. Folgerichtig wandte sich die Bundestagsverwaltung jetzt an Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD), um gemeinsam schnelle, praktische Lösungen zu finden. Laut Paul Göttke (CDU), dem Direktor des Bundestags, stehen erste Gespräche über die Umsetzung bereits an; nun geht es offenbar ums Tempo.
Die Diskussion um die Drohnensicherheit rund um den Bundestag spiegelt eine weltweit zunehmende Sorge über den Missbrauch von Drohnentechnik für Angriffe oder Spionage wider. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Zwischenfälle mit Drohnen auf sensiblen Geländen in Deutschland rasant gestiegen – insbesondere seit der Angriff auf die russische Stadt Moskau durch Drohnen international für Schlagzeilen sorgte. Sicherheitsbehörden setzen inzwischen auf eine Mischung aus Technologie (etwa Störsender, automatische Erkennung) und organisatorischer Zusammenarbeit, allerdings hakt es oft an Zuständigkeitsfragen zwischen Bund und Ländern, wie das aktuelle Beispiel wieder zeigt. Angesichts der Dynamik in der Drohnenentwicklung fordern Experten schnellere Entscheidungsprozesse und bessere Ausstattung der eingesetzten Kräfte.