Interessant (und ehrlich gesagt auch ein bisschen beunruhigend) ist, wie Frontex im selben Atemzug auf die wachsende Instrumentalisierung von Migration durch geopolitische Interessen und einen steigenden Schmuggel an den EU-Außengrenzen verweist. Offenbar kommen inzwischen vermehrt Kokainlieferungen mit halbtauchfähigen Booten nach Europa, und von Marokko starten mittlerweile auch Drohnen, um Drogen zu transportieren. Das ist ein Niveau an Einfallsreichtum, das erschrecken kann.
Neben dem Mittelmeer bleibt auch die Ukraine in Beobachtung der Sicherheitsdienste. Es wird explizit davor gewarnt, dass bei einem möglichen Waffenstillstand oder im Zuge von Demobilisierungen das Risiko steigt, dass Waffen, Munition und Sprengstoff in die EU geschleust werden – eine Besorgnis, die angesichts der aktuellen Lage kaum überraschend wirkt, aber ein bedrückendes Echo auslöst.
Frontex warnt eindringlich davor, dass die Route von Libyen nach Kreta in der nahen Zukunft ein neuer Brennpunkt für Migration nach Europa wird. Die Zahl der Überfahrten ist binnen eines Jahres drastisch gestiegen; zugleich registrieren die Behörden mehr illegale Aktivitäten wie Drogen- und Waffenschmuggel an den Außengrenzen. Die Diskussion über neue Abkommen mit Drittländern und verstärkte Grenzkontrollen gewinnt dadurch wieder an Relevanz.
Recherchen der letzten Tage zeigen: Die Situation an Europas Außengrenzen spitzt sich weiter zu. So meldete "Die Zeit“ am 23.06.2024, dass in griechischen Hafenorten eine steigende Anzahl an Ankünften aus Nordafrika beobachtet wird (u.a. https://www.zeit.de/). Laut "Spiegel Online" (22.06.2024) hat Italien zuletzt die Marinepräsenz südlich von Kreta verstärkt, weil Schlepperboote mittlerweile auch kleinere, kaum auffindbare Inseln als Zwischenstation nutzen (Quelle: DER SPIEGEL). Die "Süddeutsche Zeitung“ betont in einem Bericht vom 22.06.2024, dass die EU-Kommission den Dialog mit den nordafrikanischen Staaten intensivieren will, um Menschenschmuggel auf der neuen Route einzudämmen, doch die politischen Hürden bleiben groß (Quelle: Süddeutsche Zeitung).