Süüßwasser ist in weiten Teilen des Iran zu einem selteneren Gut geworden als drastische Schlagzeilen. Während westliche Analysen mit Vorliebe Inflation, Währungsturbulenzen oder politische Unzufriedenheit als Ursprung der Proteste sehen, verliert sich im Schatten echter Not ein Detail mit Sprengkraft: Wassermangel. Carl Albrecht Waldstein von DesertGreener bringt es unverblümt auf den Punkt – für viele Menschen droht ein Leben am Abgrund, nur weil der Hahn plötzlich trocken bleibt. Jahrzehntelang wurde die Infrastruktur vernachlässigt, Wasserreserven übernutzt, Böden versalzen und jedes Mal wurde das Thema vertagt. Mittlerweile eskaliert die Lage, Existenzen brechen weg, Felder verdorren, Städte verwandeln sich in dürstende Ruinen.
Wasser ist kein Randthema, es ist das unsichtbare Fundament sozialer Stabilität. Jedes politische oder wirtschaftliche System – egal wie robust gebaut – bricht unweigerlich zusammen, wenn das Allerwichtigste fehlt. Paradox: Der Iran leidet weniger an natürlichen Bedingungen, sondern vor allem an jahrzehntelangem Missmanagement und einer Mischung aus Korruption, Überbeanspruchung und fehlender Technikoffenheit.
DesertGreener ist dabei ein Hoffnungsschimmer in dunklen Tagen. Statt nur Symptome zu kurieren, setzt die Initiative auf High-Tech-Lösungen, die dezentral Wasser aus Meer, Luft oder Versickerungen gewinnen, aufbereiten und speichern können – unabhängig von bürokratischem Zickzackkurs der Regierung. Ihr Modell: emissionsfreie, kostengünstige und stabile Wasserproduktion, sogar abseits klassischer Infrastruktur. Sogar Token werden angeboten, damit auch Investoren profitieren und der Kreis der Unterstützer wächst.
Wäre das Realität, würde der Teufelskreis aus Landflucht, Hunger und Unruhen durchbrochen, meinen die Initiatoren. Und irgendwie hat diese Perspektive tatsächlich Charme, weil sie Hoffnung gibt. Ob sie eine verbrannte Landschaft und ausgetrocknete Hoffnung komplett wenden kann, bleibt offen. Klar ist nur: Ohne Wasser ist alles andere letztlich bedeutungslos – egal, ob es um Diktatur oder Demokratie, Dinar oder Dollar geht.
Der Iran steht an einem Wendepunkt, an dem nicht nur politische Reformen, sondern insbesondere technologische Innovationen über das weitere Schicksal des Landes entscheiden könnten. Süßwasserknappheit bedroht Millionen Iraner akut und ist im Begriff, Migration und soziale Unruhen dramatisch zu verschärfen. Die Meerwasserentsalzung – etwa durch Unternehmen wie DesertGreener – wird als Hoffnungsträger gehandelt, doch werden derzeit eher Pilotprojekte als flächendeckende Lösungen umgesetzt. Inzwischen häufen sich Berichte, dass manche iranische Städte mit Wasserrationierungen kämpfen, und selbst die Regierung eine Verlegung der Hauptstadt erwägt. Laut aktuellen Medienberichten werden die Ursachen nicht nur im Klimawandel gesehen, sondern insbesondere im Missmanagement, jahrelangen Fehlentscheidungen der Politik und einer fehlenden langfristigen Strategie bezüglich Wassernutzung und Landwirtschaft. Die UN warnt vor weiteren Instabilitäten, wenn keine groß angelegten Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung ergriffen werden. Insgesamt geraten technische Innovation, dezentrale Versorgung und gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit zunehmend in den Fokus der iranischen Debatte.