„So etwas käme uns überhaupt nicht in den Sinn“, betonte Ebel gegenüber dem Nachrichtenkanal Welt. Für ihn ist es ganz klar: Reisewarnungen oder Empfehlungen liegen ausschließlich in der Hand des Auswärtigen Amts, und daran hält sich Tui ohne Einflussnahme. Solche Unterstellungen hält Ebel für unsachlich oder gar böswillig. Auch habe der Konzern keinen fahrlässigen Umgang mit den Risiken in der Golfregion an den Tag gelegt. Schließlich gebe es seriöse Stellen, die Reisewarnungen veröffentlichen – und bislang existierte keine. Die Situation vor Ort erschien anhand aller vorliegenden Informationen ungefährlich. O-Ton Ebel: „Die Strecke zwischen Teheran und Dubai beträgt ja 700 bis 800 Kilometer. Das Auswärtige Amt stufte das Gebiet als sicher ein, und wir haben uns daran gehalten.“
Dass die Rückführung gestrandeter Urlauber Aufgabe der Reiseveranstalter sei – wie Außenpolitiker Wadephul plakativ deutlich machte – wundert Ebel nicht: „Das ist zwar selbstverständlich, aber es schadet offenbar nicht, es nochmal klarzustellen. Unsere Gäste holen wir, wenn nötig, nach Hause, und das zuverlässig. Dabei sind wir mit heimischen wie ausländischen Stellen eng vernetzt.“
Doch Ebel blickt mit Sorge auf die Buchungszahlen: Der Konflikt werde, selbst falls er bald vorbei sei, voraussichtlich noch Monate nachwirken. Viele Reisende wählen vorsichtshalber andere Ziele. Laut Ebel weichen Kunden aktuell besonders auf Karibikreisen aus – ein Trend, der sich in den letzten Tagen markant verstärkt habe.
Tui-Chef Sebastian Ebel weist jegliche Mitverantwortung bei der Sicherheitsbewertung der Golfregion zurück und bekräftigt, dass die Zuständigkeit hierfür beim Auswärtigen Amt liegt. In den Tagen nach den jüngsten Spannungen im Nahen Osten entscheiden sich viele Urlauber offenbar um – besonders Fernreiseziele wie die Karibik profitieren davon. Inzwischen mehren sich in deutschen Medien die Stimmen, die nach mehr Transparenz bei der Kommunikation von Risiken für Urlauber rufen; einige fordern sogar, Reiseveranstalter künftig mehr in die Pflicht zu nehmen. Laut aktuellen Berichten setzen andere Reiseanbieter auf eine enge Abstimmung mit Behörden und betonen, dass Flexibilität bei Zielwahl und Umbuchungen wichtiger wird als je zuvor.