Mehr Frauen erwerbstätig denn je – aber Rekord bei Teilzeit bleibt Herausforderung

Anlässlich des Weltfrauentags: Die Beschäftigungszahlen für Frauen klettern auf nie dagewesene Höhen. Dennoch ist Teilzeit nach wie vor weit verbreitet, speziell unter Frauen.

heute 11:32 Uhr | 1 mal gelesen

Wer sich mal die aktuellen Zahlen der sozialversicherungspflichtigen Jobs anschaut, merkt: Frauen legen beim Arbeiten weiter mächtig zu. Am 30. Juni 2025 waren 16,2 Millionen in so einem Job – rund 50.000 mehr als im Jahr davor. Ihr Anteil stieg auf satte 46,5 Prozent. Der Haken? Das Plus kommt fast ausschließlich von Teilzeitstellen: Gut jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, während das unter Männern nur ungefähr jeder Siebte tut. Die eigentliche Vollzeit-Beschäftigung bei Frauen schmälert sich – 60.000 weniger als im Jahr zuvor. Männer entdecken Teilzeit übrigens auch mehr für sich; dort liegt die Quote jetzt bei 14 Prozent. Daniel Terzenbach von der Bundesagentur für Arbeit macht darauf aufmerksam, wie entscheidend Frauen für das Beschäftigungswachstum sind – nicht zuletzt durch Zuwanderung. Gleichzeitig bleibt die Teilzeitquote hoch, was eine Mahnung ist: Ohne bessere Kinderbetreuung, flexiblere Arbeit und faire Aufstiegschancen wird das schwer mit echter Gleichberechtigung und Wahlfreiheit bei den Arbeitszeiten. Unternehmen wie auch Frauen selbst können sich an die BA wenden: Es gibt gezielte Beratung und Infos dazu online (siehe Link).

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist auf einem historischen Höchststand, doch der Großteil dieses Wachstums findet im Teilzeitbereich statt. Die strukturellen Herausforderungen, etwa fehlende Kinderbetreuung, traditionelle Rollenbilder sowie mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten, verhindern nach wie vor die Ausweitung der Vollzeitbeschäftigung für Frauen. Debatten über die Lohnlücke, Altersarmut und die Notwendigkeit familienfreundlicherer Arbeitswelten begleiten diese Entwicklung – auch im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei der Geschlechtergerechtigkeit in Beschäftigungsfragen im Mittelfeld. Aktuell rückt zudem das Thema Fachkräftemangel weiter in den Fokus, wo die bessere Integration von Frauen in Vollzeit als zentrales Potenzial gilt. Der DGB hebt hervor, dass ohne Reformen im Steuerrecht und bessere, bundesweit gerechte Ganztagsbetreuung viele Frauen weiterhin Vollzeit vermeiden. Die öffentliche Debatte, etwa in Medien wie FAZ und Zeit, kreist zunehmend um die Frage, wie Gleichstellung in Joballtag und Familienleben pragmatisch gelingen kann.

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