Zverev triumphiert bei den French Open: Ein Meilenstein für deutsches Tennis

Alexander Zverev sichert sich in einem Nervenkrimi seinen ersten Grand-Slam-Erfolg und setzt damit ein Ausrufezeichen im Tennisland Deutschland.

vor 51 Minuten | 3 mal gelesen

Was für ein Finale: Am Sonntag erlebten wir ein Wechselbad der Gefühle, als Alexander Zverev sich nach einem fünfteiligen Schlagabtausch mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 und 6:1 gegen Flavio Cobolli durchgesetzt hat. Wer hätte gedacht, dass er nach den bitteren Niederlagen bei den US Open 2020, den French Open 2024 und den Australian Open 2025 – endlich, tatsächlich – einen Grand-Slam-Titel bejubeln darf? Diese Durststrecke war lang, vielleicht sogar schmerzlich, und jetzt der ersehnte Lohn. Es ist nicht einfach ein Sieg: Zverev schreibt damit Geschichte. Er ist der erste deutsche Grand-Slam-Champion im Herreneinzel seit Boris Becker (Australian Open 1996) und der erste Roland-Garros-Sieger aus Deutschland seit einem gewissen Henner Henkel anno 1937 – eine Ewigkeit her, fast schon ein anderes Tennisuniversum. Schon der Auftakt des Matches ließ wenig Zweifel, wer hier die Kontrolle übernehmen wollte: Zverev war präsent, schmetterte die Bälle mit Nachdruck übers Netz und ließ Cobolli wie einen Zaungast erscheinen, zumindest im ersten Durchgang. Doch Tennis hat diese eigene Dynamik: Der Italiener schüttelte die Nervosität ab, fand allmählich seine Linie und wich Zverev im zweiten Satz nicht mehr von der Seite, bis er die Oberhand gewann. So schnell kann das Blatt sich wenden... Ab dem dritten Akt begegneten sich die beiden Spieler auf Augenhöhe, niemand wollte – oder konnte – wirklich nachlassen. Entscheidend dann aber: Zverev greift sich im wahrsten Sinne des Wortes das wichtige Break, ein Moment des Aufbäumens, vielleicht auch der Erleichterung. Im vierten Satz wurde es unübersichtlich; Zverev schwächelte erst, kam dann mit ungeahnten Kraftreserven zurück, verletzte fast die eigene Kondition, kämpfte – und verlor schließlich im Tiebreak. Doch wer dachte, Zverev hätte sein Pulver verschossen, sah sich gründlich getäuscht. Im letzten Satz spielte er wie entfesselt, brach Cobollis Aufschlagspiel gleich dreimal und sicherte sich – man möchte sagen endlich – seinen lang herbeigesehnten Major-Triumph. Geschafft. Irgendwie unwirklich.

Alexander Zverev hat mit seinem Sieg bei den French Open einen historischen Moment für das deutsche Tennis geschaffen und seine lange Odyssee ohne Grand-Slam-Titel beendet. Sein Duell mit Flavio Cobolli war geprägt von emotionalen Höhen und Tiefen, strategischen Wendepunkten und unverkennbarer Kämpfernatur – am Ende sicherte ihm eine starke Nervenleistung den Titel. Mit diesem Triumph reiht sich Zverev in eine fast vergessene Tradition deutscher Einzelsieger bei Roland Garros ein und eröffnet womöglich ein neues Kapitel für Tennis in Deutschland. Zusätzliche Details aus aktuellen Berichten: In Paris lobten zahlreiche Experten Zverevs mentale Widerstandskraft; viele Beobachter hatten ihn nach dem vierten Satz abgeschrieben – zumal er mit Bandagen und Blessuren zu kämpfen hatte. Interessant ist, dass Zverev in dieser gesamten French-Open-Saison keinen einzigen Satzverlust im ersten Satz hinnehmen musste, ein Zeichen für seine Frühform. Darüber hinaus war sein aggressiver Return ein Schlüssel zum Sieg, mit dem er in wichtigen Momenten Cobollis Aufschlag gezielt neutralisierte.

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