81.000 mehr Arbeitslose als im Vorjahr – Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Im Februar gab es in Deutschland mehr Arbeitslose als noch vor einem Jahr. Allerdings ist die Zahl im Vergleich zum Vormonat, wie in dieser Saison typisch, leicht zurückgegangen.

heute 09:57 Uhr | 6 mal gelesen

Es lässt sich schwer leugnen: Der deutsche Arbeitsmarkt schwächelt aktuell und der Frühling bringt offenbar keinen Rückenwind. Laut Bundesagentur für Arbeit wurden im Februar bundesweit 3.070.000 Menschen ohne Job registriert. Im Vergleich zu Januar sind das 15.000 weniger, was kaum überrascht – schließlich ist das meistens zu dieser Jahreszeit zu beobachten. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres aber macht sich ein Plus von 81.000 bemerkbar – nicht gerade wenig. Die Behörde rechnet saisonbereinigt sogar mit einem kleinen Anstieg von 1.000 Menschen gegenüber dem Januar, also eigentlich Stagnation. Andrea Nahles, die an der Spitze der Bundesagentur steht, spricht es direkt an: Dem Arbeitsmarkt fehlt die Dynamik, die Zahlen bewegen sich kaum – und bleiben hartnäckig über drei Millionen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die sogenannte Unterbeschäftigung (also Arbeitslose, Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristig Arbeitsunfähige) ist leicht zurückgegangen, auf saisonbereinigt 3.724.000 Personen. Das sind 3.000 weniger als im Januar und sogar 4.000 weniger als noch vor zwölf Monaten. Aber Hand aufs Herz: Das ändert am Gesamtbild nicht allzu viel.

Der deutsche Arbeitsmarkt scheint sich auch zum Winterende nicht zu erholen; die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, mit 81.000 Betroffenen mehr. Saisonale Effekte sorgen zwar wie üblich für einen leichten Rückgang gegenüber Januar, doch bleibt die anhaltende Schwäche offensichtlich. Laut mehreren Medien ist ein zentraler Grund die lahmende Wirtschaftslage – insbesondere die Industrie kämpft mit hohen Energiepreisen und Auftragsrückgängen, was wiederum auf Beschäftigungschancen drückt. Experten sehen auch, dass die Jobcenter ihre Integrationsbemühungen intensivieren, und es gibt leichte Erfolge bei bestimmten Personengruppen (z.B. bei älteren Arbeitslosen oder Wiederaufnahme nach längerer Krankheit). Außerdem verschärft sich die Debatte um Zuwanderung und ihre Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt: Während manche Wirtschaftsvertreter die Chancen betonen, warnen andere gleichzeitig vor wachsendem Druck auf Sozialsysteme.

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