Wenn es um Abschiednehmen geht, suchen viele Menschen nach Wegen, mehr als nur ein leises 'Lebewohl' zu sagen. In Neulengbach sorgt jetzt das Konzept des Blumenkreises – initiiert von Lichtblick und angelehnt an eine Idee aus Amsterdam – für einen neuen Farbtupfer auf österreichischen Friedhöfen. Dort wird einfach, aber raffiniert, ein breites Band um den Sarg gelegt. Es ist gespickt voller kleiner Schlaufen – über 60 oder sogar mehr –, die Gäste dann mit frischen Blumen bestücken können. Das klingt vielleicht zunächst nach einer Bastelei, doch es entwickelt sich eine stille, gemeinsame Aktion, bei der jeder seinen eigenen Abschiedsmoment erlebt.
Jörg Bauer, Geschäftsführer von Lichtblick, ist kein Unbekannter, wenn es um neue Wege im Bestattungswesen geht. Seit über 15 Jahren denkt er über Alternativen zur gewohnten Routine nach und gibt zu: "Das Blumenwerfen auf den Sarg, wie es viele kennen, ergab für mich nie das schönste Bild." Mit dem Blumenkreis bleibt die Erinnerung nicht im Haufen durcheinandergeworfener Blüten stecken – sie wächst zu einer Art würdigem Abschiedsbild zusammen. Entweder bei einer klassischen Bestattung in der Erde oder – was oft fehlt – in der Feuerhalle. Für Kremationen ist dieses Ritual eine kleine Revolution. Denn nach der Einäscherung fehlen meist die bekannten Gesten, Blumen sind selten erlaubt oder werden nur weggeschmissen. Das Band macht Schluss damit: Die Blumen schmücken bis zum Schluss und werden sogar mit eingeäschert.
Lichtblick steht für Offenheit und Veränderung in einem immer noch eher konservativen Bestattungsumfeld. Preisliche Transparenz, ungewöhnliche Wünsche möglich machen – das steht im Mittelpunkt des jungen Unternehmens, das 2017 gegründet wurde. Inzwischen ist Lichtblick in Wien, St. Christophen und St. Pölten vertreten – fast jeder Auftrag kommt durch Empfehlung. Übrigens: Wenn es um Trauerrituale geht, gibt es kein endgültiges Richtig oder Falsch. Vielleicht ist der Blumenkreis letztlich eine Einladung, das Einfache und Gemeinsame neu zu entdecken.
Der Blumenkreis bringt frischen Wind in altbekannte Trauerrituale: Durch ein mit vielen Schlaufen versehenes Band, das am Sarg befestigt wird, bekommen Angehörige und Freunde Raum für einen ganz persönlichen Abschiedsmoment. Ursprünglich stammt die Idee vom niederländischen Unternehmen Bloemenband; umgesetzt wird sie jetzt in Österreich von Lichtblick, einem Trauerunternehmen, das für Transparenz und Mut zu neuen Wegen steht. Gerade bei Feuerbestattungen, wo Ritualfehlen oft spürbar ist, schafft diese gemeinschaftliche Aktion einen emotionalen Höhepunkt.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass in mehreren deutschen Regionen innovative Trauermethoden diskutiert werden, darunter Naturbestattungen und selbst gestaltete Abschiedszeremonien. Die Süddeutsche Zeitung berichtete kürzlich über eine Friedhofsstudie, die weniger traditionelle Trauerfeiern und eine stärkere Einbindung der Angehörigen empfiehlt. Parallel dazu zeigen Medien wie DER SPIEGEL und ZEIT ONLINE, dass die Nachfrage nach individuellen Ritualen zum Lebensende stetig wächst, auch als Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen und zunehmende Säkularisierung.