Die Sache ist eigentlich ganz simpel – ein Vertrag, zwei Seiten, beide sollten liefern. Nur scheint ausgerechnet die EU sich schwerzutun, das im Sommer 2025 vereinbarte Handelsabkommen auch tatsächlich mit Leben zu füllen. Müller klingt leicht genervt: Schon wieder so ein zeitverzögertes Hin-und-her, während die Produktionsstandorte gerade dringend faire Wettbewerbsbedingungen bräuchten. "Wir nagen nicht am Hungertuch, aber unsere Stärke hängt an offenen Märkten – und die werden gefährdet, wenn jede Seite immer wieder mit Zöllen droht oder die Schranken hochzieht." Besonders kritisch sieht Müller die Tendenz zu immer mehr Protektionismus. Das bremse am Ende nicht nur den Handel, sondern schade auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland massiv. Sie macht klar: "Wir brauchen mehr Markt, nicht weniger." Die Hängepartie um das geplante Mercosur-Abkommen illustriere für sie gut, wie zäh alles läuft, wenn die Politik blockiert. Was die CO2-Ziele angeht, winkt Müller ab – Rettung brauche es keine. Die Industrie wolle investieren und wachsen, aber die Rahmenbedingungen müssten stimmen. Gerade beim Thema Antriebe sieht sie ein Miteinander von Elektromobilität und anderen Technologien weltweit entstehen – ganz ohne Schwarz-Weiß-Denken.
Die Chefin des VDA, Hildegard Müller, kritisiert, dass die EU ihre Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen mit den USA nicht ausreichend umsetzt, während gleichzeitig aus den USA wieder Zolldrohungen aufkommen. Sie warnt, dass protektionistische Tendenzen und langwierige Handelsabkommen wie mit Mercosur die Attraktivität des Industriestandorts Europa schwächen könnten. Zudem stellt sie klar, dass die deutsche Autoindustrie keine Sonderrettung fordere, sondern vor allem verlässliche und offene Märkte brauche, um auch in Zukunft international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die USA und die EU trotz Grundsatz-Einigung weiterhin Differenzen bei Industriezöllen und Subventionsregeln haben. Die Debatte verschärft sich vor dem Hintergrund des US-Wahlkampfs, wo protektionistische Töne zunehmen und die Gefahr besteht, dass Strafzölle als außenpolitisches Druckmittel eingesetzt werden könnten. Die deutsche und gesamteuropäische Wirtschaft fordert daher verstärkt politische Verlässlichkeit und schnellere, verbindlichere Umsetzung von Handelsverträgen. (Quellen: taz.de, tagesschau.de, handelsblatt.com)