Wer neugierig durch die Türen des Masumi Space spaziert, bemerkt gleich: Hier weht kein Hauch von steriler Medizinmesse. Statt Pipetten und Info-Plakaten tauchen die Besucher:innen ein in eine Art Erfahrungsraum – alles beginnt mit dem "Tunnel der Isolation", der unmittelbar spürbar macht, wie es sich anfühlen kann, im Alltag auf Ignoranz oder Ausgrenzung zu stoßen. Hier geht es nicht um Lifestyle, sondern um die Anerkennung von Adipositas als eine komplexe, chronische Krankheit, die Behandlung verdient.
Stoppen wir an dieser Stelle: Das Laster vom reinen "Willensversagen" hält sich hartnäckig, wird hier aber klar infrage gestellt. Die ganze Erlebniswelt ist deshalb auch ein Weckruf – nicht nur an die Medizin, sondern auch an uns alle. "Adipositas ist keineswegs ein Zeichen von Schwäche", unterstreicht Dr. Alexander Horn für die Veranstalter. Leidenschaftlich plädiert er dafür, Versorgungslücken zu schließen, Aufklärung und Empathie zu fördern – damit jede:r leichter in die professionelle Therapie starten kann.
Als es dann zu den Ursachen geht, tritt DocFelix alias Dr. Felix Berndt auf – ein Arzt, der auch im Internet von seiner Expertise profitiert hat. Sein Statement: Hinter Adipositas steckt nicht nur zu viel Essen oder zu wenig Bewegung, sondern ein vielschichtiges Zusammenspiel aus Genetik, Hormonen, Schlaf, Stress und sogar der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn. Der Satz "Raff dich halt zusammen!" ist also ungefähr so hilfreich wie ein Regenschirm bei Hagel. Ernährung und Bewegung sind wichtig – klar. Aber wer glaubt, das System sei simpel, unterschätzt die Biologie.
Diese Sicht wünscht sich Stoffwechselexperte Dr. Tim Hollstein für den Alltag: Der erste Schritt zur Behandlung? Empathie – medizinische und menschliche. Erst wenn Menschen mit Adipositas sich ernst genommen fühlen, kann Therapie wirklich greifen.
Bis hierhin viel Medizin. Doch wie kommt man an den Punkt, an dem Betroffene nicht aufgeben, sondern ihren eigenen Weg finden? Für Dr. Silja Schäfer heißt Selbstfürsorge statt eiserne Disziplin das Stichwort. Ernährung wird zur ressourcenstärkenden Begleitung – nicht zur Selbstgeißelung. "Mach den ersten Schritt", so das Motto der Installation: Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich Hilfe zu holen.
Über Lilly: Das Pharmaunternehmen mit Sitz in Bad Homburg verbindet Tradition mit Pioniergeist. Egal ob es um Diabetes, Alzheimer, Krebs oder Adipositas geht – der Anspruch ist, den Fortschritt so in die Welt zu bringen, dass Millionen von Menschen profitieren. Mehr zu Lilly Deutschland und ihren Initiativen auf: www.lilly.com/de
Die Adipositas-Erlebniswelt von Lilly im Berliner Masumi Space begleitet Besucher:innen emotional und informativ durch Kernprobleme der Volkskrankheit Adipositas: gesellschaftliche Stigmatisierung, medizinische Fehldeutung und mangelnde ganzheitliche Versorgung. Sie setzt auf klare Botschaften – Adipositas ist keine Folge mangelnder Disziplin, sondern eine chronische, multifaktorielle Erkrankung – sowie den Appell an Empathie, Prävention und professionelle Begleitung. Der gemeinsame Fokus von Ärzt:innen, Betroffenen und Initiator:innen: einen neuen Tonfall im Umgang mit Adipositas zu etablieren und Hilfe als Stärke zu kommunizieren.
--- Aktuelle Ergänzungen aus der Online-Recherche ---
Weltweit nehmen die Fälle von Adipositas weiter zu; die WHO schlägt Alarm und fordert verstärkte Präventionsmaßnahmen – in Deutschland diskutieren Politiker:innen und Fachgesellschaften über die Einführung von Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel, wie mehrfach in den letzten Tagen auf führenden Nachrichtenseiten thematisiert. Die Diskussion um kostenfreie Therapiezugänge sowie die Integration von Adipositas-Management ins deutsche Gesundheitssystem flammt erneut auf, zurzeit werden bundesweit Modellprojekte zur digitalen Patientenbegleitung getestet. Berichte über neue Medikamente gegen Adipositas, vor allem die sogenannte GLP-1-Agonisten, sorgen für Hoffnung – gleichzeitig mahnen Expert:innen davor, Lebensstil-Änderungen trotz medikamentöser Optionen nicht aus dem Blick zu verlieren.