Die Umfrageergebnisse spiegeln nicht nur aktuelle politische Präferenzen wider, sondern weisen auch auf eine deutliche Zersplitterung und Verschiebung des Parteienspektrums in Mecklenburg-Vorpommern hin. Insbesondere der starke Zuwachs der AfD – in Verbindung mit dem historischen Tief der CDU – lässt auf tieferliegende Veränderungen in der Wählerschaft schließen, die von sozialer Unsicherheit, Frust über etablierte Parteien und möglicherweise auch Protestwahlen geprägt sind. Blickt man auf die aktuellen Berichte: Viele Kommentatoren und Analysten sehen das Erstarken der AfD als Folge langjähriger Versäumnisse in Ostdeutschland, wo etwa wirtschaftliche Sorgen oder politische Entfremdung besonders ausgeprägt sind. Hinzu kommt die allgemeine Erosion der traditionellen Parteienbindung, die insbesondere der CDU zu schaffen macht. In Mecklenburg-Vorpommern wird die politische Gemengelage dadurch noch komplexer – da regionale Themen, wie etwa Strukturwandel, Abwanderung und Transformationsdruck nach wie vor dominieren. Interessant ist dabei auch, dass sich die AfD offenkundig nicht von bundesweiten Skandalen beeindrucken lässt, während bei anderen Parteien – allem voran CDU und Grünen – eher Resignation als Mobilisierungswille vorherrscht. Dass die Grünen den Einzug wahrscheinlich verpassen, unterstreicht noch einmal die unterschiedliche Dynamik im Nordosten.