Manchmal bringt Kontinuität eben doch spürbare Entlastung: Schon zum fünften Mal in Folge kann die BG ETEM ihre Beiträge absenken. Hans-Peter Kern, der Vorstandschef dieser Berufsgenossenschaft, hebt dabei zukunftsorientiertes Finanzmanagement und das Engagement vieler Unternehmen beim Thema Prävention hervor – vielleicht ist das heutzutage nicht selbstverständlich, aber offenbar doch erfolgreich. Der Gedanke, dass ‚Prävention sich auszahlt‘, bekommt so ein ganz reales Preisschild, und zwar ein merklich kleineres.
Franz Donner, ebenfalls im Vorstand aktiv, spricht offen die aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten an und macht klar: Stabilere Partner als die BG ETEM gibt es für Firmen kaum. Ziel sei es, die Mitgliedsbetriebe nicht im Regen stehen zu lassen – am liebsten auch finanziell.
Zur Einordnung: Mit dem Beitragsfuß berechnet man, wie viel jedes Unternehmen monatlich für die gesetzliche Unfallversicherung berappen muss. Basis sind Lohnsumme und individuelle Betriebsrisiken (sprich: Gefahrklasse). Mit diesem Topf finanziert die Genossenschaft Leistungen wie Entschädigungen, medizinische Maßnahmen, Rehas, aber etwa auch so attraktive wie trockene Verwaltungsausgaben. Anders als in anderen Sozialversicherungszweigen gibt es hier keine Staatshilfe aus Berlin, die Rechnungen zahlen die Mitgliedsunternehmen.
Besonders auffällig: Für 2025 sind enorme Summen eingeplant. Über 600 Millionen Euro gehen allein als Rentenzahlungen an Menschen, die durch Arbeitsunfälle oder Krankheiten Dauerschäden davongetragen haben. Nochmal fast eine halbe Milliarde steckt in Heilbehandlung und Rehabilitation. Und über 150 Millionen sind konkret für Prävention reserviert – guter Wille in barer Münze, könnte man sagen. Insgesamt liegen die BG-ETEM-Ausgaben damit dieses Jahr bei üppigen 1,49 Milliarden Euro.
Wer oder was steckt eigentlich dahinter? Die BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse) ist mit vier Millionen Beschäftigten und rund 200.000 angeschlossenen Unternehmen keine kleine Nummer. Sie sichert Beschäftigte in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheit ab, krempelt im Fall eines Unfalls die Ärmel hoch und übernimmt die Haftung, damit Arbeitgeber nicht für Folgeschäden aufkommen müssen – und gleichzeitig untereinander keine Schuldzuweisungen entstehen.
Die BG ETEM senkt erneut ihre Versicherungsbeiträge, was für viele Unternehmen in der Energie-, Textil-, Elektro- und Medienbranche finanzielle Erleichterung bedeutet. Ursachen dafür sind vor allem nachhaltige Präventionsmaßnahmen – laut Vorstand ein echtes Erfolgsmodell – und sorgfältige langfristige Kalkulationen. Die Struktur der Einnahmen basiert weiterhin exklusiv auf solidarischen Beiträgen der Mitgliedsfirmen; staatliche Zuschüsse spielen hier keine Rolle. Im laufenden Haushaltsjahr fließen beträchtliche Summen einerseits in die Unterstützung von Unfallopfern und deren Angehörigen (über 600 Millionen Euro), andererseits aber auch in präventive Arbeit (über 150 Millionen Euro), die das Unfallrisiko weiter senken soll. Die finanzpolitische Situation vieler Berufsgenossenschaften und die Entwicklung der Unfallstatistiken stehen aktuell auch bei anderen gewerblichen Berufsgenossenschaften im Fokus – etwa angesichts steigender Kosten im Gesundheitssystem, geopolitischer Volatilität und anhaltender Herausforderungen durch Digitalisierung und demografischen Wandel. Laut Recherchen der letzten beiden Tage wurden trotz konjunktureller Unsicherheiten die Beiträge weiterer großer Berufsgenossenschaften stabil gehalten oder moderat gesenkt, wobei besonders Investitionen in digitale Präventionskonzepte und Arbeitssicherheit hervorgehoben werden.