Aiwanger kann sich bundesweites Bündnis mit der CSU vorstellen

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler, signalisiert Bereitschaft zu mehr Zusammenarbeit mit der CSU und wirft damit einen neuen Blick auf die konservative Parteienlandschaft.

heute 02:02 Uhr | 5 mal gelesen

Aiwanger sagte einmal, und das ist ihm wichtig, dass Deutschland neben Bayern politische Angebote für Menschen brauche, die irgendwo zwischen liberalen und wertkonservativen Vorstellungen stehen. Das klingt erstmal nicht, als wolle er alles umkrempeln. Aber: Nach einem Vorschlag von Peter Gauweiler, ehemals CSU-Führung, kam plötzlich ein Bündnis der Freien Wähler mit der CSU ins Spiel. Weniger formell als in Bayern, vielleicht – dort läuft es ja schon eine Weile nach dem Prinzip: eigenständig bleiben, aber im entscheidenden Moment doch auf derselben Seite. "Getrennt marschieren, gemeinsam schlagen", wie Aiwanger meint. So eine Kooperation könnte, glaubt er, dem politischen Rechtsruck oder einer zu starken Linkslastigkeit entgegenwirken und Protestwähler auffangen. Aber, und das sieht er auch kritisch: Einfach werde das für die Parteien nicht, zu unterschiedlich die Strukturen. Trotzdem klingt bei ihm ein gewisser Optimismus durch, dass das Modell auch auf Bundesebene funktionieren könnte – vorausgesetzt, die Freien Wähler stärken weiter ihr Profil, selbst wenn die Union bisher wenig Kooperationsbereitschaft zeigt.

Aiwanger öffnet sich für Bündnisoptionen zwischen seiner Partei und der CSU, um ein Gegengewicht zu dem wahrgenommenen Linksruck in der deutschen Politik zu bieten. Obwohl ein formell bundesweites Bündnis bislang an politischen Unterschieden und Vorbehalten aus beiden Parteien scheitern könnte, sieht er insbesondere im bayerischen Modell ('getrennt marschieren, gemeinsam schlagen') eine Vorlage für andere Bundesländer. Aktuell bleiben seiner Ansicht nach die Freien Wähler auf sich allein gestellt, doch Aiwanger glaubt, sie könnten mit strategischer Kooperation die Fünf-Prozent-Hürde auch außerhalb von Bayern überwinden und haben in Umfragen aktuell ein gewisses Momentum – eine Chance, die sie nicht leichtfertig verspielen wollen.

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