Apollo drückt aufs Gaspedal: US-Gigant mahnt Europa zu mehr Tempo

Mit vollen Taschen und ambitionierten Plänen stürzt sich der US-Investor Apollo auf den deutschen Mittelstand – und bemängelt gleichzeitig das behäbige Tempo Europas. Laut Co-Präsident Scott Kleinman ist der Konzern auf Expansionskurs schneller unterwegs als gedacht.

heute 15:38 Uhr | 3 mal gelesen

Da steckt Schwung dahinter: Der Finanzriese Apollo, dessen Investitionsvolumen locker die 100-Milliarden-Dollar-Marke überspringt, macht ernst auf dem deutschen Markt. Der Co-Präsident Scott Kleinman selbst tönt fast überschwänglich: Man sei 'sogar schneller als erwartet unterwegs'. Während das Unternehmen seine Fühler landesweit ausstreckt, schwingt aber deutliche Kritik mit – besonders, wenn man einen prüfenden Blick auf Europa und insbesondere Deutschland wirft. Kleinman spricht von einem 'epochalen Wandel', einer Art globalen industriellen Neustart. Verantwortlich dafür sei ein Mix aus verschobenen Lieferketten, geopolitischem Schach und dem Trend zur heimischen Produktion. Trotzdem stoßen Apollos Ambitionen in Europa immer wieder an seltsame Barrieren. Zersplitterte Kapitalmärkte, halbherzig umgesetzte Reformpläne – besonders die Agenda von Mario Draghi hat offenbar zu viele Lücken. Man spürt ein ungeduldiges Drängen – Apollo ist bereit, Europa scheint es nicht immer zu sein. Dieser Gegensatz könnte spannend werden, denn trotz der Kritik an der hiesigen Struktur wachsen die US-amerikanischen Investitionen munter weiter.

Apollo feuert derzeit ein beträchtliches Investitionspaket in deutsche Unternehmen ab und sieht überraschend schnelle Fortschritte. Trotzdem spart der Konzern nicht mit Kritik an Europas schwerfälligem Reformtempo, den fragmentierten Kapitalmärkten und der langsam voranschreitenden Umsetzung der Draghi-Vorschläge. Aktuell rückt dabei auch die geopolitische Neuordnung der Lieferketten in den Fokus – mit Hoffnungen auf eine industriellen Aufbruch, bei dem Europa allerdings etwas hinterherhinkt. Neuere Recherchen aus der deutschen und internationalen Presselandschaft zeigen, dass andere große Private-Equity-Investoren ebenfalls verstärkt auf Chancen in Deutschland schielen, vor allem in krisenresistente Branchen. Gleichzeitig häuft sich die Mahnung, dass die EU dringend an tieferen Kapitalmärkten und effizienteren Regulierungsstrukturen arbeiten muss, um mit den dynamischeren Märkten der USA mitzuziehen. Zuletzt hat sich Apollo außergewöhnlich optimistisch gezeigt, was die Potenziale Europas betrifft, warnte aber in mehreren Interviews vor dem Risiko, dass politische Langsamkeit echte Wachstumschancen verspielen könnte.

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