Asahi Kasei setzt Kurs auf globales Wachstum: Übernahme von Aicuris in Deutschland

CHELMSFORD, Mass. & Tokio – Ein neuer Meilenstein: Asahi Kasei übernimmt die Aicuris Anti-infective Cures AG aus Deutschland für rund 780 Millionen Euro. Mit dem Vorhaben, das im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen werden soll, baut der Konzern sein Portfolio im Bereich der Infektionsbekämpfung gezielt aus.

heute 10:51 Uhr | 2 mal gelesen

Mit dem Kauf der Aicuris Anti-infective Cures AG zeigt Asahi Kasei, dass das Unternehmen nicht vor großen Sprüngen zurückschreckt – eine Strategie, die insgesamt nach nachhaltigem Wachstum und Innovationskraft riecht. Besonders spannend: Der Fokus liegt auf Patientinnen und Patienten, die mit schweren Infektionskrankheiten oder einem geschwächten Immunsystem kämpfen. Diese sind oft besonders verwundbar, nicht selten nach Transplantationen oder bei chronischen Nierenleiden. Asahi Kasei bringt bereits Erfahrungen aus verwandten Feldern ein – gerade über das bestehende Know-how im Transplantationsbereich (Veloxis) und in der Nephrologie (Calliditas). Die japanische Firma will das Know-how und Netzwerk nutzen, um die innovative Produktpipeline von Aicuris – etwa Medikamente wie Pritelivir gegen Herpesviren oder AIC468 für BK-Virusinfekte – schneller bis zum Patienten zu bringen. Ken Shinomiya, seines Zeichens Kopf des Healthcare-Bereichs bei Asahi Kasei, betont, die Übernahme festige die Marktposition gerade an den Schnittstellen zwischen Autoimmunerkrankungen, Transplantationen und Nierenerkrankungen. Seine optimistische Prognose: Mit erweitertem Portfolio und treffsicheren Investitionen strebt Asahi Kasei bis 2030 einen satten Umsatzsprung auf 300 Milliarden Yen an, gepaart mit höheren Gewinnmargen. Die Expansion ist also kein Zufallstreffer, sondern Teil des aktiv gelenkten Managementplans „Trailblaze Together“, mit dem die Japaner derzeit ihr Pharmageschäft umkrempeln. Übrigens, das Portfolio von Aicuris – immerhin ein deutsches Biotech, das schon heute von internationalen Lizenzgebühren (etwa Prevymis®) profitiert – wird schnell Wirkung zeigen, glaubt man in Tokio. Ein wohl überlegtes Investment, das kurzfristig und langfristig Erträge kombiniere und zusätzliche strategische Flexibilität ermögliche. Und mehr noch: Die Integration soll auch die betriebliche Effizienz steigern und das Standing von Asahi Kasei auf dem globalen Pharmamarkt weiter stärken.

Asahi Kasei schlägt mit der Übernahme von Aicuris ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte auf und positioniert sich weltweit stärker im Bereich der Infektionsmedizin, der durch neuartige Erreger und zunehmende Resistenzen an Bedeutung gewinnt. Aicuris, bekannt für seine fortgeschrittenen Entwicklungsprogramme gegen Herpesviren und das gefährliche BK-Virus, passt strategisch genau in das bestehende Portfolio und eröffnet Synergiechancen mit Asahi Kaseis bisherigen Akquisitionen im Transplantations- und Nierenbereich. Aktuelle Entwicklungen im Pharmamarkt – wie der weltweite Bedarf an innovativen Anti-Infektiva und der Fokus auf seltene Erkrankungen – unterstreichen die Bedeutung des Deals: Angesichts stagnierender Forschung in weiten Teilen der globalen Pharmabranche könnte das Investment das Unternehmen im Wachstumsfeld der Infektionsmedizin voranbringen, gerade weil die Pipeline von Aicuris das Potenzial hat, therapeutische Lücken zu schließen und damit echte medizinische Fortschritte zu ermöglichen.

Schlagwort aus diesem Artikel