Mal ehrlich, nie war es so schwierig, beim Autokauf den Überblick zu behalten – teure Spritpreise, ewige Diskussionen um Verbrennungsmotoren, elektrische Versuchungen auf der einen, Skepsis auf der anderen Seite. Genau das griff die diesjährige Untersuchung der TARGOBANK auf, wie Vorstand Markus Häring betont: Immerhin klettern E-Autos inzwischen erstmals auf Platz zwei der Beliebtheitsskala. Trotzdem: Nach wie vor schwören die meisten Deutschen beim Neuwagenkauf auf Benziner (29%), während Diesel in etwa stabil bleiben. Bemerkenswert bleibt auch, wie viele das angekündigte Zulassungsverbot von Verbrennern ablehnen – ganze 74 Prozent stehen dem kritisch bis ablehnend gegenüber. Aber da tut sich was: Wer bislang einen klassisch angetriebenen Wagen fährt, denkt häufiger über einen Wechsel nach, 34 Prozent liebäugeln inzwischen mit Alternativen. E-Autos rücken also nach und nach von der Randerscheinung ins Blickfeld. Hybridmodelle gelten dabei als Kompromiss, Plug-in-Varianten liegen vorn, während Wasserstoff wie ein ferner Traum wirkt – nur ein Prozent kann sich hier einen Kauf vorstellen. Interessant auch, dass die Zahl der Unentschlossenen beim Thema Antrieb schrumpft. Bei den Kaufgründen stehen Kosten und Reichweite ganz vorn, gefolgt von Treibstoffpreisen, die wegen der derzeitigen Wirtschaftslage wieder relevanter werden.
Beim Bezahlen des Autos bleibt die Spaltung: Mehr als die Hälfte würde bar hinlegen, etwa ein Drittel finanziert oder least. Auf die Frage nach Hemmnissen zu E-Autos dominiert der hohe Preis, gefolgt von der Angst vor kurzer Reichweite und zu wenigen (oder zu langsamen) Lademöglichkeiten. In dieser Gemengelage wünschen sich viele mehr politische Unterstützung: Ausbau der Ladeinfrastruktur, bessere Batterietechnologien, Fortentwicklung von eFuels. Auch Tempolimit-Befürworter bleiben in der Mehrheit – offenbar bleibt Deutschland trotz emotionaler Debatte ein Land, in dem 57 Prozent davon überzeugt sind.
Spannend: Die E-Auto-Kaufprämie wird von vielen als wenig hilfreich eingeschätzt – 71 Prozent glauben, am Ende treibt sie eher die Preise hoch. Trotzdem sieht über die Hälfte einen gewissen Kaufanreiz. Aus Unternehmenssicht denkt man längst weiter: Digitale Innovationen, datenbasierte Assistenzsysteme werden als Chance gesehen. Gleichzeitig gibt es ein lautes 'Nein' zu kostenpflichtigen Zusatzfunktionen per Software-Abo: Sitzheizung gegen Extra-Gebühr? 82 Prozent möchten das nicht akzeptieren. Nachhaltigere Angebote wie Lade-Infrastruktur am Arbeitsplatz, Jobrad oder ein günstiges Deutschlandticket werden hingegen klar als Pluspunkt gesehen – sogar 80 Prozent sprechen sich dafür aus. Gerade für Unternehmen ein Hinweis, dass sich Benefits wandeln.
Im Anhang liefert die Studie noch Informationen zur TARGOBANK Autobank selbst, ihrer Rolle im Wandel zur nachhaltigen Mobilität und einen kurzen Überblick zu den Konzernstrukturen von TARGOBANK und Crédit Mutuel Alliance Fédérale.
Die TARGOBANK Autostudie 2026 schildert das widersprüchliche Verhältnis der Deutschen zum Auto: Benziner führen weiterhin, doch Elektroautos holen mit 21 Prozent erstmals zum Diesel auf. Interessanterweise zeigt sich, dass eine wachsende Zahl der Befragten beim nächsten Autokauf einen alternativen Antrieb in Betracht zieht, wobei Hindernisse wie hohe Anschaffungskosten, Sorge um Reichweite und mangelnde Ladeinfrastruktur noch immer abschrecken. Besonders auffällig ist, dass viele einen politischen Ausbau von Infrastrukturen und Förderungen einfordern, aber staatliche Prämien skeptisch sehen – die Mehrheit glaubt an einen Preisanstieg statt erhoffter Entlastung. Ergänzt sei laut aktuellen Medienberichten (u.a. von spiegel.de und faz.net), dass in ganz Deutschland die Debatte um eine klare E-Mobilitätsstrategie intensiver wird: Wegen gekürzter E-Auto-Förderungen steigen bereits die Listenpreise, was den Absatz dämpft. Gleichzeitig warnt die Industrie, dass ausländische Hersteller – allen voran aus China – mit günstigen E-Fahrzeugen drängen und so deutschen Marken zusetzen. Besonders gefragt ist daher nicht nur eine Offensive beim Ausbau der Ladepunkte, sondern auch ein vereinfachter Zugang zu staatlichen Förderungen sowie Innovationsimpulse seitens der Politik; für viele bleibt jedoch die Reichweite emotional das größte Hemmnis.