Bahnbranche erhöht Druck: Schnelle Reform der Trassenentgelte gefordert

Die Bahnbranche appelliert eindringlich an Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU): Die Trassenpreise müssen zügig neu geregelt werden.

heute 07:06 Uhr | 4 mal gelesen

Unzählige Bahnunternehmen müssen für jede Fahrt auf Deutschlands Schienen-Netz die sogenannten Trassenpreise – also Weggebühren – an DB InfraGo, eine Tochter der Deutschen Bahn, abführen. Das klingt erstmal technisch, hat aber deutlichen Einfluss auf Ticketpreise und Konkurrenzfähigkeit der Anbieter. André Schwämmlein, Gründer und Chef von Flixtrain, brachte es gegenüber dem 'Spiegel' ziemlich direkt auf den Punkt: Die Tatsache, dass Qualitätsmängel im Netz keinerlei Rolle spielen und die Kosten inklusive Gewinnspanne auf die Betreiber einfach weitergereicht werden, hält er für längst überholt. Nach dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das die bisherige 'Trassenpreisbremse' gekippt hat, steht nun die Gefahr im Raum, dass die Preise – vor allem im Nahverkehr – spürbar steigen. Genau das, meinen viele in der Branche, sei nun der Anlass, endlich die Weichen für einen Wandel zu stellen – und zwar nicht irgendwann, sondern möglichst bald. Die Regierungskoalition hatte eine Reform der Trassenpreise ins Sondierungspapier geschrieben, doch bislang, so monieren mehrere Verbände in einem offenen Brief, bleibt Schnieders Vorgehen nebulös. Erst zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember soll etwas passieren – für viele ist das zu spät. Auch aus den Bundesländern kommt Unmut: Michael Pirschel vom Arbeitskreis Bahnpolitik kritisiert, dass für zentrale Fragen offenbar derzeit nicht einmal Diskussionsbereitschaft im Verkehrsministerium herrsche. Ein schneller und mutiger Umbau der Trassenpreislogik, so die Forderung vieler, bleibt nach wie vor aus.

Die Reform der Trassenpreise bleibt ein Zankapfel zwischen Bahnbranche, Ländern und Bundesverkehrsministerium: Während Verkehrsminister Schnieder sich mit konkreten Plänen Zeit lässt und erst zum Fahrplanwechsel im Dezember Änderungen in Aussicht stellt, wachsen bei Betreibern und Verbänden Frust und die Sorge vor steigenden Kosten. Das aktuelle System wird kritisiert, weil es unabhängig von der mangelhaften Infrastruktur Kosten und Marge direkt an die Nutzer weitergibt – nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs drohen im Nahverkehr nun deutliche Preissteigerungen. Zeitgleich fordern Vertreter der Länder mehr Transparenz und Dialogbereitschaft vom Bund; Initiativen zur nachhaltigen Senkung der Trassenpreise könnten zudem nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit privater Anbieter verbessern, sondern auch im Sinne der Verkehrswende den Umstieg auf die Bahn attraktiver machen. Weitere aktuelle Details: In den letzten 48 Stunden berichten mehrere große Medien von anhaltender Kritik aus der Branche, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten, die durch neue Energiepreise und wachsenden Instandhaltungsbedarf zusätzlich befeuert werden. Einflussreiche Verbände wie Allianz pro Schiene sowie Fahrgastgruppen mahnen an, dass ein anhaltender Reformstau auch dazu führen könnte, dass kleinere Spieler und die Kundschaft die Leidtragenden einer fortschreitenden Preisspirale werden. Gleichwohl wird auf politischer Ebene diskutiert, ob eine temporäre Deckelung oder staatliche Ausgleichszahlungen den Reformdruck entschärfen können, bevor eine langfristige Systemumstellung greift.

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