Produktionstief in energiehungrigen Branchen: Industrie unter Druck

Energieintensive Industriezweige leiden besonders unter gestiegenen Energiepreisen – das schlägt sich spürbar in ihrer Produktion nieder.

vor 58 Minuten | 1 mal gelesen

Ehrlich gesagt überrascht es mich nicht wirklich, dass die Auswirkungen der Energiepreisspirale gerade die Branchen am härtesten treffen, die ihren Appetit auf Strom und Gas kaum stillen können. Laut Statistischem Bundesamt ist die Produktion in den am meisten energiezehrenden Sektoren – von Chemie über Metall bis Glas, Keramik und Papier – zwischen Februar 2022 (da begann der Ukraine-Krieg) und März 2026 um satte 15,2 Prozent gefallen. Der Schnitt in der gesamten Industrie war mit 9,5 Prozent deutlich milder; daran sieht man, wie ungleich die Krisenverteilung abläuft. Besonders drastisch trifft es alles, was mit Baustoffen zu tun hat: Die Herstellung von Glas, Keramik, Beton & Co. schrumpfte sogar um bis zu 29,3 Prozent. Zwar könnte man sagen, die Mineralölverarbeitung sei eine Ausnahme: Dort ging die Produktion zuletzt deutlich nach oben – fast 25 Prozent Plus. Aber das verzerrt das Bild etwas. Denn an anderer Stelle – bei Papier (-18,5 Prozent) oder in der Chemie (-18,1 Prozent) – wird klar, wie schmerzlich die Entwicklung ist. Und es geht nicht allein um Produktion. Gucken wir auf die Beschäftigtenzahlen, sieht es ebenfalls düster aus. Im März 2026 arbeiteten knapp 53.000 Menschen weniger in diesen Sektoren als noch im Februar 2022 – ein ordentlicher Schwund, vor allem bei Papier, Metall sowie Glas & Co. Die Mineralölverarbeitung sticht auch hier mit einem Beschäftigtenplus von 1.000 hervor. Aber sonst? Viel Frust. Die energieintensive Industrie verbraucht übrigens drei Viertel (!) des Gesamtenergiebedarfs aller Industrien – irre, oder? Unangefochten an der Spitze: die Chemiebranche, dicht gefolgt von Metall- und Mineralölverarbeitung. Bei den Energiequellen geht nach wie vor viel über Erdgas (26 Prozent), aber auch Öl, Kohle und Strom – so richtig „grün“ klingt das alles nicht. Ob und wie da der große Wandel gelingt? Da bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher – und viele in der Branche offenbar auch nicht.

Die Produktion energieintensiver Industriezweige in Deutschland ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und in Folge gestiegener Energiepreise massiv gesunken, insbesondere im Bereich Baustoffe wie Glas, Keramik und Beton. Laut offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat dies auch zu einem deutlichen Rückgang der Beschäftigten geführt, während die Mineralölverarbeitung in Produktion und Beschäftigung zulegen konnte. Die energieintensiven Sektoren verbrauchen weiterhin den Großteil der industriellen Energie – ein Wandel zu nachhaltigeren Energien erweist sich aufgrund hoher technischer Ansprüche und internationalem Wettbewerbsdruck als schwierig. Zusätzliche Recherche zeigt: Die Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie durch hohe Energiepreise ist hochaktuell, wobei Unternehmen nicht nur auf kurzfristige Kostensenkungen pochen, sondern auch langfristige Strategien wie Standortverlagerungen erwägen. Unabhängig davon setzen Branchenverbände und Politik zunehmend auf Innovationen und einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von Importenergieträgern und Preisschwankungen zu verringern und trotzdem Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Laut aktuellen Medienberichten sind politische Maßnahmen zur Unterstützung der energieintensiven Sektoren in Deutschland noch umstritten; während einige einen Industriestrompreis fordern, setzen andere mehr auf Marktmechanismen, um den Wandel zu beschleunigen.

Schlagwort aus diesem Artikel