Manchmal klang es in den letzten Jahren fast wie ein entferntes Donnergrollen – und nun wird der Ton rauer: Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, zieht in der 'Süddeutschen Zeitung' eine deutliche Linie in den Sand. Laut seinen Beobachtungen – aufgerüstete Kräfte, mehr Soldaten und die politische Gemengelage in Russland – spitze sich alles Richtung 2029 zu. Vielleicht sogar schneller. Die transatlantische Unsicherheit vor allem wegen offener US-Politik und dem Abzug mancher Truppen verunsichert, aber auf höchster Führungsebene zeigen Deutschland und Großbritannien demonstrative Einigkeit. 'Unser Fokus sitzt klar auf Moskau, nirgends sonst', so Breuer. Das Ziel: Deutschland soll heute und nicht irgendwann verteidigungsbereit sein – notfalls auch über Nacht. Die jüngst geschlossene 'Trinity House'-Vereinbarung mit Großbritannien spielt dabei eine tragende Rolle. Sie stärkt gegenseitige Sicherheit, sei es bei der gemeinsamen Luftraumüberwachung im Baltikum oder bei maritimen Nato-Einsätzen. Beim Thema Nuklearschirm bremst Breuer vorsichtshalber: Keine neuen militärischen Konstrukte nötig. Auch der britische Generalstabschef Knighton winkt ab: Die britischen Nuklearwaffen bleiben Teil der Nato – isolierte europäische Lösungen sind aktuell kein Thema. Ein Dämpfer kommt von US-Seite: Die unter Joe Biden geplante Stationierung eines Langstreckenfeuer-Bataillons in Deutschland steht nun doch auf der Kippe. Übergangsweise sucht die Bundeswehr händeringend nach Alternativen. Breuer war kürzlich deshalb im Pentagon, Verteidigungsminister Pistorius bemüht sich parallel, Tomahawk-Marschflugkörper aus den USA zu beschaffen. Viel Bewegung, wenig Gewissheit. Verteidigung scheint im Moment ein dynamisches, manchmal sogar nervöses Gelände zu sein.
Die Einschätzung, dass Russland schon bis 2029 – vielleicht auch früher – eine militärische Herausforderung an die Nato stellen könnte, wird nun auch von höchster deutscher Militärstelle öffentlich geäußert. Anzeichen wie gestiegene Rüstungsausgaben, verstärktes Truppenaufkommen und autoritäre Tendenzen in Moskau sorgen für anhaltende Alarmbereitschaft. Parallel wächst in Europa die Erkenntnis, angesichts einer weniger verlässlichen US-Präsenz, eigene Verteidigungsfähigkeiten auszubauen und neue Partnerschaften zu bauen, wie jüngst zwischen Deutschland und Großbritannien. In aktuellen Berichten wird deutlich, dass die geplante US-Raketenstationierung in Deutschland nicht wie vorgesehen stattfindet, was nun Beschaffungsdruck auf alternative Langstreckensysteme erzeugt. Die Debatte um eine nukleare Abschreckung unter eigenem oder EU-Label bleibt jedoch politisch vermint – auch britische Militärs pochen auf den eingebetteten Status ihrer Atomwaffen in der Nato. Angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine rückt die Frage, wie verteidigungsbereit Deutschland und Europa wirklich sind, zunehmend ins Zentrum der öffentlichen Debatte. Weitere Details zeigen, dass die Nato-Mitglieder trotz einiger Unsicherheiten in der eng getakteten Kooperation vor allem bei Luftsicherung und Marine weiter zusammengerückt sind.