Was denken eigentlich all die Gas-Kund:innen, die sich noch wohlig an ihre vertraglich gesicherten Tarife klammern? Nun, so ganz auf der sicheren Seite ist niemand. Denn laut Julia Verlinden verschieben sich die Effekte auf dem Gasmarkt lediglich – früher oder später wird der Preisdruck auch beim Endkonsumenten ankommen. Ihr Appell: Wir sollten die Augen nicht länger verschließen. Die Zeit des billigen Gases – ohnehin vorbei. Verlinden plädiert dafür, ehrlich mit den Leuten zu sein, offen über Engpässe zu sprechen und rechtzeitig kreative Sparmaßnahmen durchzusetzen.
Witzig, eigentlich paradox: Während die Sommermonate zum Modernisieren und Umsteigen einladen würden, verpasst die Bundesregierung nach Verlindens Ansicht die Gelegenheit. Ganz im Gegenteil, kritisiert sie: Neue Gesetze wie das Gebäudemodernisierungsgesetz und das StromVKG könnten den Verbrauch sogar nach oben treiben. Der Politik wirft sie vor, gegen den Strom zu schwimmen – im schlechtesten Moment.
Abschließend bleibt bei ihr ein leiser Zweifel, ob die „stille Reserve“ – also eingespartes Gas – reicht, wenn der nächste Winter doch kälter, länger oder geopolitisch noch ungemütlicher wird. Und ehrlich gesagt: So ein bisschen mulmig wird einem da schon.
Kern der Kritik: Sollten die internationalen Spannungen rund um die Straße von Hormus anhalten, erwartet Julia Verlinden einen weiteren Anstieg der Gaspreise – mit teils erheblicher Verzögerung für deutsche Haushalte. Dahinter steckt auch die Warnung, sich jetzt schon auf höhere Kosten vorzubereiten und das eigene Verbrauchsverhalten zu überdenken. Jüngste Regierungsbeschlüsse könnten laut Verlinden, statt zu helfen, sogar kontraproduktiv wirken, da sie den Gasbedarf eher noch fördern.
In den vergangenen Tagen wurde der europäische Energiemarkt durch Unsicherheiten an den globalen Rohstoffmärkten und neue Konjunkturaussichten geprägt. Laut Energieexperten steigt die Preissensibilität sowohl bei Lieferanten als auch bei Endkunden – viele beobachten mit Sorge die politische Unsicherheit. Auch die Debatte um nachhaltige Modernisierung und Versorgungssicherheit spaltet die politischen Lager, während viele Bürger sich in ihrer Planungsfähigkeit eingeschränkt sehen.