Klimaschutz an der Hausfassade: Mieterbund befürwortet Hubigs Reformideen

Der Deutsche Mieterbund spricht sich deutlich für Justizministerin Hubigs (SPD) Plan aus, Mieter beim Einbau von Klimaanlagen und Sonnenschutz besser zu unterstützen. Doch wie viel Bewegung kommt nun wirklich ins Mietrecht?

heute 16:40 Uhr | 2 mal gelesen

Sommer, Mittagshitze – und in der Mietwohnung kühlt nichts runter. Wer schon einmal schlaflos schwitzend auf dem Laminat lag, weiß: Ein Recht auf Hitzeschutz zuhause wäre kein Luxus. Der Deutsche Mieterbund will, dass gesetzliche Rahmenbedingungen nachziehen. Gerade Hitzewellen nehmen längst kein Ende mehr, und so rücken Klimaanlage und Markise endlich auch politisch in den Blick. Gleichzeitig warnt 'Haus und Grund' aber: Mehr Gesetze könnten am Ende mehr Fragen als Antworten schaffen, zumal mobile Geräte heute ohnehin meist genehmigungsfrei seien. Es reiche, meinten sie, wenn Mieter und Eigentümer frühzeitig miteinander reden, statt gleich nach dem Gesetzgeber zu rufen. Komplizierter würde es ohnehin, sollte Denkmalschutz oder der Wille der Eigentümergemeinschaft ins Spiel kommen; hier drohen Konflikte, ohne dass Gesetzesänderungen wirklich helfen. Fakt ist jedoch: Lange, heiße Sommer werden aufgrund der Erderwärmung immer üblicher. Und wären nicht wir alle ein bisschen entspannter, wenn Markisen und Klimaanlagen nicht länger ein Streitpunkt, sondern endlich ganz normale Alltagshelfer im Mietvertrag wären?

Hubigs Vorstoß, die Rechte von Mietern beim Anbringen von Klimaanlagen und Sonnenschutz deutlich zu stärken, stößt beim Deutschen Mieterbund auf breite Zustimmung. Kritische Stimmen aus dem Eigentümerlager warnen allerdings vor weiteren Komplexitäten, die durch neue Regelungen entstehen könnten, vor allem mit Blick auf bereits bestehende gesetzliche Rahmen, denkmalgeschützte Gebäude und die Abstimmungsprobleme in Eigentümergemeinschaften. Die Debatte gewinnt an Brisanz, denn der Klimawandel und die dann potenziell dramatischen Wohnbedingungen erhöhen den politischen und gesellschaftlichen Druck, zeitnah praxistaugliche Lösungen zu finden. Recherchierte Ergänzungen: Die Diskussion um Hitzeschutz in deutschen Mietwohnungen ist aktueller denn je. Laut taz (Stand: heute) hat die Bundesregierung angekündigt, eine umfassende Novelle des Mieterschutzgesetzes zu prüfen, die explizit auf den baulichen Hitzeschutz eingehen soll. Gleichzeitig berichten mehrere Zeitungen, dass Umweltverbände fordern, auch energetische Sanierungen stärker zu fördern, da Klimaanlagen den Energieverbrauch signifikant steigern können. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen sieht zusätzlichen Informationsbedarf für Mieter und Eigentümer, damit pragmatische und ökologische Lösungen gefunden werden können.

Schlagwort aus diesem Artikel