Linke warnt vor möglicher Gaskrise im Winter – Unsicherheit bleibt

Angesichts der anhaltenden Turbulenzen auf den internationalen Gasmärkten äußert die Linke Zweifel an der Stabilität der Gasversorgung im bevorstehenden Winter.

heute 13:23 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal frage ich mich wirklich, wie sehr man noch an die Allmacht des Marktes glauben muss, wenn doch offensichtlich alles wackelt. Jörg Cezanne von der Linken bringt es jedenfalls ziemlich drastisch auf den Punkt: Angesichts der Verwerfungen durch die Kriege – nicht nur in Russland übrigens, sondern auch in den USA – erscheint es fast schon fahrlässig, weiter auf Zufall und günstige Marktmechanismen zu setzen. Statt einfach auf einen milden Winter und darauf zu hoffen, dass der internationale LNG-Handel zuverlässig funktioniert, müsste man, so Cezanne, viel proaktiver vorsorgen. Er schlägt daher vor, dass der verstaatlichte Gasversorger SEFE jene Speicher auffüllt, die von privaten Unternehmen gar nicht gebucht wurden. Auch wenn das kurzfristig teuer ist – im Vergleich zu dem, was ein Mangel uns volkswirtschaftlich kosten würde, wäre das vermutlich immer noch das kleinere Übel. Das klingt nach einer ziemlich nüchternen Risikoabwägung, auch wenn der Markt immer noch zur heiligen Kuh erklärt wird. Interessanterweise waren die deutschen Gasspeicher zu Wochenbeginn übrigens gerade mal zur Hälfte befüllt. Mir fällt da der Spruch ein: Wer im Herbst sät, muss im Winter nicht frieren. Stimmt ja vielleicht auch ein bisschen.

Kurzum: Der energiepolitische Sprecher der Linken, Jörg Cezanne, warnt eindringlich vor einem allzu sorglosen Umgang mit der aktuellen Gasmangellage, insbesondere angesichts weltweiter politischer Spannungen. Die laufenden Konflikte, die die Gaspreise und Lieferströme stark beeinflussen, bergen erhebliche Risiken. Als realistische Vorsichtsmaßnahme empfiehlt Cezanne, von staatlicher Seite ungebuchte Gasspeicher aufzufüllen, auch wenn dies kurzfristige Mehrkosten bedeutet – längerfristige Versorgungsausfälle wären um ein Vielfaches schädlicher. AKTUELLE DETAILS (Recherche): - Die Bundesregierung hält weiterhin an der Diversifizierung der Energieimporte fest und plant, die Gasspeicher möglichst bis zum Herbst zu 90 % zu füllen. Zudem treiben die hohe Nachfrage in Europa und Lieferengpässe aus Russland die Gaspreise weiter nach oben, was kleine und mittlere Unternehmen besonders trifft. - Einige Expertinnen warnen vor einem 'Worst-Case-Szenario', sollte es im Winter zu einer längeren Kälteperiode oder weiteren politischen Eskalationen in Energieexportländern kommen. Die Bundesregierung erwägt zusätzliche Hilfen, um Bürgerinnen und Bürger vor übermäßigen Preiserhöhungen zu schützen, falls es zu einer erneuten Energiekrise kommt.

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