Festnahme in Kroatien: Neuer Verdächtiger im Nord-Stream-Anschlagsfall in Haft

Im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Ostsee-Gaspipelines ist den Behörden ein weiterer Verdächtiger ins Netz gegangen – diesmal in Pula, Kroatien.

heute 11:49 Uhr | 2 mal gelesen

Wie ein kurioses Déjà-vu: Die Generalbundesanwaltschaft ließ am Mittwoch verlauten, dass ein Mann namens Vladimir Z. in der kroatischen Hafenstadt Pula verhaftet wurde. Die örtliche Polizei hatte dabei die Führung. Dem Festgenommenen wird nun vorgeworfen, eine Sprengstoff-Explosion gemeinschaftlich herbeigeführt zu haben – daneben kommen noch Sabotage und Bauwerkszerstörung dazu, ziemlich schwere Kaliber also. Interessant: Die deutschen Behörden hatten Vladimir Z. scheinbar bereits vor einiger Zeit in Polen ausfindig gemacht, doch dortige Justizbeamte ließen ihn wieder laufen. Nun steht die Auslieferung an, sodass Z. bald dem Haftrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden soll. Hintergrund: Am 26. September 2022 detonierten gleich vier Sprengsätze an den Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee und legten diese weitgehend lahm. Die Leitungen zwischen Russland und Deutschland transportierten zwar zum Zeitpunkt des Angriffs kein Gas mehr, bildeten aber dennoch einen geopolitischen Nervenknoten. Mittlerweile sind sich Ermittler in Deutschland offenbar recht sicher, dass die Planung der Attacke aus ukrainischen Kreisen stammen könnte – auch wenn es da immer noch Interpretationsspielraum gibt. Seltsam, wie sich solche Geschichten manchmal im Kreis drehen.

Die festgenommene Person in Kroatien steht offenbar in direkter Verbindung zu den Explosionen auf der Nord-Stream-Pipeline, die im Herbst 2022 weltweite politische Wellen schlugen. Der Mann war zuvor in Polen bereits ins Visier der Ermittler geraten, wurde dort jedoch wieder freigelassen – ein Umstand, der auch diplomatisch einigen Sprengstoff birgt. Nach aktuellen Recherchen in deutschen und internationalen Medien wird immer klarer: Die Pipeline-Anschläge markieren einen heiklen Punkt in den Beziehungen zwischen Russland, Deutschland und der Ukraine; neue Erkenntnisse mehren sich, doch völlige Klarheit gibt es nach wie vor nicht. Darüber hinaus verstärken Medienberichte die Hinweise, dass die Sabotage professionell geplant und wohl mit Rückgriff auf ein gemietetes Segelboot durchgeführt wurde. Insbesondere deutsche und US-amerikanische Dienste spielen weiter eine Rolle im Hintergrund, die Untersuchungen laufen multidisziplinär und international. Überraschend ist, dass immer wieder neue Aspekte – wie die mögliche ukrainische Beteiligung – journalisitsch und politisch unterschiedlich interpretiert werden, sodass sich noch keine eindeutige 'Wahrheit' durchgesetzt hat. Weitere Recherchen aus verschiedenen renommierten Medien haben ergeben, dass der Fall weiterhin für erhebliche Spannungen sorgt, besonders im Spannungsfeld geopolitischer Konflikte rund um Energieversorgung, Russland und das Verhältnis zu Osteuropa. Viele Fragen bleiben offen, darunter sowohl technische Details der Tat als auch deren politische Hintergründe.

Schlagwort aus diesem Artikel