Wall Street im Wechselbad – Gold glänzt, Anleihen im Fokus

Am Mittwoch zeigten sich die amerikanischen Aktienmärkte in einer etwas widersprüchlichen Stimmung – während das Edelmetall Gold kräftig zulegte.

19.08.26 22:28 Uhr | 3 mal gelesen

Es gibt diese Tage an der Wall Street, da scheint fast alles möglich – Mittwoch war so einer. Der Dow Jones kletterte zaghaft auf 53.463 Punkte, kaum mehr als gestern, aber immerhin: ein Plus von 0,2 Prozent. Der große Bruder der Technologiewerte, der Nasdaq 100 hingegen, gönnte sich ein leichtes Minus zur gleichen Uhrzeit, schloss bei 29.426 Punkten, also ein kleiner Dämpfer – während der S&P 500 irgendwo dazwischen rumdümpelte. Irgendwo merkte man, dass die Märkte sich nicht so ganz einig waren, wohin die Reise gehen soll. Für Freunde der Währungsabenteuer gab es diesmal einen stärkeren Euro zu bestaunen: 1,1676 US-Dollar pro Euro. Wer Dollar besitzt, bekam 0,8565 Euro, falls das jemand regelmäßig umrechnet. Aber was viele vielleicht mehr interessiert: der Goldpreis zog mal richtig an. Wer Mittwochabend noch schnell eine Unze kaufen wollte, musste 4.507 US-Dollar hinlegen, stolze 4 Prozent mehr als zuvor. Klingt fast wie eine Flucht in den sicheren Hafen. Ob das mit den US-Staatsanleihen zu tun hat? Gut möglich, denn US-Finanzminister Scott Bessent kündigte quasi im Handumdrehen an, das Rückkaufprogramm für Anleihen mit längerem Atem – zehn bis dreißig Jahre Laufzeit – zu verdoppeln. Hintergrund: Die Renditen dieser Anleihen kletterten über ein Niveau, das zuletzt 2007 gesehen wurde. Irgendwie erinnert das alles ein bisschen an die Nachwehen der Finanzkrise, oder? Und die Fed? Nun, das Protokoll der jüngsten Zinssitzung liest sich wie ein altbekanntes Mantra: Sollte die Inflation sich nicht demütig zurückziehen, wolle man weiter an der Zinsschraube drehen. Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Auch Öl wurde teurer – die Nordsee-Sorte Brent legte einen halben Dollar zu und notierte abends bei 91,47 US-Dollar pro Fass. Es passiert gefühlt alles gleichzeitig – Bewegung an allen Fronten.

Die US-Börsen schlossen am Mittwoch uneinheitlich: Während der Dow Jones leicht im Plus lag, rutschte der Nasdaq 100 leicht ins Minus. Angesichts steigender Renditen von langfristigen US-Anleihen reagierte das US-Finanzministerium mit der Verdopplung seiner Rückkäufe von Anleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren. Die Federal Reserve bleibt bei ihrer Inflationsbekämpfung konsequent und erwägt weitere Zinserhöhungen. Der Goldpreis legte deutlich zu, vermutlich als Reaktion auf die Unsicherheit an den Märkten sowie die Entwicklungen bezüglich Anleihen und Geldpolitik. Laut aktuellen Berichten von taz, DW und Zeit sind die Volatilität der Märkte, die Wechselwirkung mit geopolitischen Entwicklungen und die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs derzeit beherrschende Themen – es überrascht daher kaum, dass Edelmetalle als stabile Anlage begehrt sind.

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