Wohnungsbau in Deutschland: Geschäftsklima sackt deutlich ab

Im April ist die Stimmung im Wohnungsbau geradezu dramatisch gesunken. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für diese Branche rutschte auf einen neuen Tiefpunkt.

heute 08:35 Uhr | 1 mal gelesen

Erstaunlich, wie schnell es manchmal gehen kann: Laut dem Ifo-Institut verzeichnete das Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau den heftigsten Einbruch seit gut zwei Jahren. Insbesondere das Vertrauen der Unternehmen in die Zukunft hat schwer gelitten – auch das laufende Geschäft sehen sie merklich pessimistischer. Was steckt dahinter? Laut Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut macht das derzeit komplexe globale Umfeld – politisch wie wirtschaftlich – der Branche zu schaffen. Das kennt man ja: Wenn im internationalen Getriebe Sand steckt, spürt man das schnell auch am heimischen Bauzaun. Lieferketten sind fragil geworden, Finanzierung wird teurer – alles Faktoren, die Bauträger zusätzlich bremsen. Interessant übrigens: Während die Materialversorgung lange Zeit kaum Kopfzerbrechen bereitete, melden inzwischen fast 10 Prozent der Bauunternehmen Lieferschwierigkeiten – vor allem bei Grundstoffen. Noch vor kurzem dümpelte dieser Prozentwert bei fast Null. Markantes Detail: Die Zahl der Firmen, die beklagen, zu wenig Aufträge zu haben, verharrt auf hohem Niveau – knapp 44 Prozent. Und auch die Zahl der stornierten Projekte bleibt konstant bei etwa 11 Prozent. Ein Wandel, der nicht nur Zahlen, sondern auch Hoffnungen betrifft.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den deutschen Wohnungsbau ist im April auf -28,4 Punkte gefallen – ein starker Einbruch im Vergleich zum Vormonat. Die Erwartungen der Bauunternehmen haben sich massiv verschlechtert, während sich auch die Bewertung der aktuellen Lage verschlechterte. Neben geopolitischen Spannungen wie den Folgen des Ukraine-Kriegs, den Unsicherheiten in der Lieferkette und spürbar höheren Finanzierungszinsen kämpfen Unternehmen mit einem wachsenden Mangel an Grundstoffen. Nach aktuellen Berichten reagieren viele Unternehmen zurückhaltend bei neuen Projekten, während geplante Investitionen zunehmend storniert oder verschoben werden. Hinzu kommt: Belastungen durch hohe Baukosten und die unsichere Weiterentwicklung der Wohnungsnachfrage führen dazu, dass insbesondere im Mietwohnungsbau die Zurückhaltung dominiert und eine Erholung vorerst nicht in Sicht ist.

Schlagwort aus diesem Artikel