Wer hätte vor rund einem Vierteljahrhundert gedacht, dass ein christlicher TV-Sender 2026 als so relevant gelten und noch dazu vom Public Value Status profitieren würde? Während das Weltgeschehen gefühlt immer hektischer wird – von Kriegen, Klimaangst und Wirtschaftssorgen ganz zu schweigen – sehnen sich viele nach Halt. Bibel TV trifft mit seinem Programm offenbar einen Nerv, selbst bei Menschen, die längst aus der Kirche ausgetreten sind. Über 66.000 Unterstützerinnen und Unterstützer verschiedenster christlicher Richtungen halten dem Projekt die Treue und ermöglichen damit eine der wohl beachtenswertesten christlichen Medieninitiativen im deutschsprachigen Raum.
Besonders spannend: Unter dem Motto „NEXT MISSION“ fragt man sich ständig, wie und wo christliche Botschaften medial am besten sichtbar werden können. Neben klassischem Fernsehen und einem Online-Angebot sind es oft die Großplakat-Aktionen – dieses Jahr etwa die Kampagne „DIE ERINNERUNG an Gott 2026“ mit Zehntausenden Sujets – die praktisch niemand übersehen kann.
Wirtschaftlich bleibt Bibel TV offenbar trotz herausfordernder Zeiten stabil: Die Einnahmen aus Spenden sind zwar minimal rückläufig (minus 0,59 %), stimmen aber angesichts eines geringen allgemeinen Spendenklimas noch ein wenig zuversichtlich. Zusammengerechnet kommt Bibel TV auf mehr als 14 Millionen Euro aus Spenden und Werbung – eine Zahl, über die so manche andere Non-Profit-Medienagentur nur staunen kann. Besonders erfreulich: Die On-Air-Werbeeinnahmen stiegen kräftig (+9,12 %). Kein Wunder, investierte der Sender doch kräftig in neue Formate, darunter Serien wie „God Friended Me“ und beliebte Klassiker, aber auch in Spielfilme von Angel Studios.
Der Sender steht auf den Füßen von mehr als 200 Content-Partnern, was eine bunte Bandbreite von Gottesdiensten, Lebenshilfe, Dokumentationen, Naturfilmen, bis hin zu Events und Spielfilmen garantiert. All das ist nicht nur im linearen Fernsehen, sondern auch als jederzeit abrufbare Mediathek oder App (ja, Bibel TV streamt auch!) verfügbar.
Als Highlight gilt für Bibel TV natürlich die Zuerkennung des Public Value Status im letzten Jahr – eine Art amtlicher Ritterschlag, der gesellschaftliche Relevanz bestätigt: Bibel TV gebe Sinnstiftung, fördere Toleranz und lade zum Gespräch über Ethik, Spiritualität und Soziales ein.
Was mich besonders nachdenklich stimmt: Bibel TV schielt bei den kommenden Projekten gezielt auch aufs junge Publikum. Nicht schwermütig mit erhobenem Zeigefinger, sondern sichtbar, einfach zugänglich und multimedial – so präsentiert sich die „NEXT MISSION“. Und da ist auch Raum für Experimente, Servicefunktionen (wie Bibellese-Pläne) und Kooperationen, etwa auf der Streaming-Plattform für Live-Gottesdienste aus über 120 Gemeinden.
Bibel TV selbst ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg, hinter der sowohl evangelische als auch katholische Kirche stehen. Empfangbar? Im gesamten DACH-Raum, via Satellit, DVB-T2 HD oder im Livestream – um das eingestaubte Bild klassischer Glaubensvermittlung so richtig aufzupolieren.
Bibel TV hat sich im Lauf der 24 Jahre von einem ambitionierten Fernsehsender zu einem relevanten Multimedia-Anbieter für christliche Inhalte in Deutschland entwickelt. Mit beständig über 66.000 Unterstützern und Partnern verschiedener Konfessionen konnte der Sender auch in unruhigen Zeiten seine Spendenbasis weitgehend stabil halten und investiert gezielt in digitale und junge Zielgruppen. Der Public Value Status bestätigt die gesellschaftliche Wirkung und das Bestreben, Glaube auch außerhalb klassischer Kirchenstrukturen sichtbar zu machen.
Zusätzliche Recherchen zeigen: Bibel TV ist in einem Sektor unterwegs, der generell mit schrumpfenden Spenden und einem Medienwandel zu kämpfen hat. Das Haus setzt aber auf eine Ausweitung digitaler Maßnahmen, Zusammenarbeit mit Kirchen und kreativen Kampagnen – z.B. großflächigen Plakataktionen, Schwerpunktsetzungen auf Streaming und Specials für Jüngere. Das öffentliche Interesse an gesellschaftlichen Diskursen rund um Werte, Sinnsuche und Zusammenhalt ist nach wie vor groß, wie ähnliche Debatten rund um Medien mit ethischem Anspruch und das Engagement kirchlicher Werke (z.B. Social-Media-Kanäle und Podcasts evangelischer und katholischer Anbieter) aktuell verdeutlichen. Im internationalen Vergleich sind solche Formate zwar Nische, erleben jedoch in unsicheren Zeiten mitunter echte Revivals, etwa durch Ehrlichkeit, Authentizität und digitale Angebote für Sinnsuchende.