Putins Tirade gegen Europas Führung – und sein Schweigen zu Selenskyjs Einladung

Während des Petersburger Wirtschaftsforums lässt Wladimir Putin mit scharfer Kritik am Westen aufhorchen – doch auf Selenskyjs Gesprächsangebot kommt kein Wort.

heute 16:42 Uhr | 4 mal gelesen

Eigentlich hätte man meinen können, der russische Präsident würde die Bühne des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg für einen Rundumschlag in puncto Ukraine nutzen. Doch statt auf den offenen Brief Selenskyjs zu reagieren, bleibt Putin dazu erstaunlich still. Was hingegen sofort auffällt: Seine Wut richtet sich deutlich gegen das, was er die “europäische Elite” nennt. Mit ziemlich harschen Worten geht er auf die westlichen Sanktionen und die Einfrierung russischer Vermögen ein – für ihn blanker „Diebstahl“, ein Frontalangriff auf stabilen Zahlungsverkehr weltweit. Interessant ist auch seine Warnung, dass Russland, aber eigentlich jedes Land, von heute auf morgen seine in Dollar oder Euro gehaltenen Reserven verlieren könne. Putin sieht in all dem ein Zeichen: Die USA und Europa zerstören ihrer eigenen Währungen den guten Ruf. In dieser neuen Weltordnung, so seine Prognose, hätten die sogenannten Brics-Staaten längst den G7 den Rang abgelaufen, was das Wirtschaftswachstum angeht. Der Kremlchef deutet an, dass die alten Regeln nicht mehr gelten und spricht fast schon gönnerhaft vom „Abgesang auf westliche Dominanz“. Mit keinem Wort erwähnt er dagegen Selenskyjs Offerte eines persönlichen Gespräches – trotz auffälliger medienöffentlicher Einladung des ukrainischen Präsidenten. Der Kreml selbst hatte schon vor Putins Rede reserviert auf den Vorschlag reagiert. Vielleicht spricht die lautlose Ignoranz hier lauter als jede Erwiderung.

Putin nutzt das Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, um mit unverhohlener Kritik gegen westliche Sanktionen und deren Auswirkungen auf den Finanzmarkt aufzuwarten. Er stellt die These auf, dass durch das Vorgehen Europas und der USA das Vertrauen in Dollar und Euro massiv erschüttert wird – und dass die Brics-Staaten mittlerweile wichtiger fürs Weltwirtschaftswachstum seien als die G7. Dass der russische Präsident den Vorschlag von Präsident Selenskyj für ein Treffen ignoriert, wird vielfach als demonstrative Missachtung und als Signal fehlender Verhandlungsbereitschaft Russlands gewertet. Nach Durchsicht aktueller Berichte wird deutlich, dass das Thema auch international stark beachtet wurde. Medien heben hervor, dass sich Russlands Außenpolitik zunehmend von westlichen Partnern abkoppelt und Moskau gezielt eigene Allianzen etwa mit China und Indien sucht. Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen verschärfen sich demnach weiter; diplomatische Kanäle bleiben verschlossen, während die wirtschaftliche wie politische Konfrontation zunimmt. Auch wird immer wieder darauf verwiesen, dass Europa selbst über die Konsequenzen der beschlagnahmten russischen Vermögenswerte debattiert, da dies Rückwirkungen auf die Finanzmärkte und das internationale Recht hat.

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