Mehr Fernzüge denn je fallen aus: Bahn kämpft mit massiven Ausfällen

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn gibt es aktuell viel mehr Ausfälle als noch im Vorjahreszeitraum. Warum das so ist – und was das für Reisende bedeutet.

heute 16:47 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich sollte der ICE ja so etwas wie das Rückgrat des modernen Reisens in Deutschland sein; pünktlich, zuverlässig, irgendwie solide. Aber davon kann in diesem Jahr kaum die Rede sein. Laut interner Zahlen, auf die sich die "Süddeutsche Zeitung" stützt, sind zwischen Januar und Mai durchschnittlich 107 Fernzüge pro Tag nicht wie geplant gefahren. Das sind immerhin rund elf Prozent aller täglich vorgesehenen Verbindungen – ein ziemlicher Sprung im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo es “nur” 57 waren. Jetzt ist es aber bei der Bahn so, dass es nicht nur diese Komplettausfälle gibt, sondern auch allerlei Abstufungen: Züge, die irgendwo auf halber Strecke den Dienst quittieren oder ICEs, bei denen einfach mal der halbe Zug fehlt. Laut DB-Definition zählt all das zu den offiziellen "Zugausfällen", solange die Fahrten weder ganz noch auf Teilstrecken mit vollem Ersatz abgewickelt werden. Interessant: Egal, wie viele Probleme ein Zug hat, in der Statistik taucht er nur einmal auf. Spannend wird es dort, wo die Transparenz eigentlich enden sollte: Die Bahn selbst gibt unterschiedliche Zahlen heraus, je nachdem, welche Statistik man aufruft. Während interne Daten von 107 betroffenen Zügen sprechen, argumentieren Unternehmenssprecher mit "nur" rund 81 pro Tag. Das liegt offenbar daran, dass die Bahn manche Ersatzzüge als regulär zählt – auch wenn sie aus ganz anderen Baureihen stammen oder nicht die volle Kapazität haben. Fest steht aber, ganz gleich, welche Zahlen man wählt: Der Trend zeigt klar nach oben – und das ziemlich deutlich.

Im Kern geht es bei dieser Geschichte um ein ziemlich sichtbares Symptom: Die Zuverlässigkeit des Fernverkehrs lässt nach, und das trifft Bahnreisende quer durch Deutschland. Hintergrund ist oft nicht nur die Überlastung des Netzes, sondern auch ein Mangel an funktionierenden Zügen, Baustellen und abgenutzte Infrastruktur – all das führt zu mehr gestrichenen Verbindungen denn je. Nach meinen Recherchen kommt hinzu, dass Züge vermehrt mit weniger Wagen unterwegs sind, was wiederum zu Platzproblemen führt und bei vielen Fahrgästen den Frust wachsen lässt. Branchenexperten fordern mittlerweile einen umfassenden Sanierungsplan für das Bahnnetz, der Investitionen in Wartung, neue Züge und bessere digitale Steuerung vorsieht. Die Politik steht unter Druck – schließlich wurde der Deutschlandtakt und pünktlichere Züge wiederholt versprochen, die Realität sieht gerade allerdings ernüchternd aus. Laut neuen Artikeln in einschlägigen Medien sind vor allem die Großbaustellen, die 2024 und 2025 für Verbesserungen sorgen sollen, kurzfristig ein weiterer Grund für deutlich mehr Ausfälle und Unregelmäßigkeiten.

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