155 Schiffe mit deutschem Hintergrund im Unsicherheitsgebiet Straße von Hormus

Mitten im geopolitischen Pulverfass rund um die Straße von Hormus sind derzeit über 150 Schiffe mit irgendeiner Verbindung zu Deutschland unterwegs – eine Entwicklung, die nicht eben zur Beruhigung beiträgt.

heute 17:00 Uhr | 2 mal gelesen

Von den insgesamt 155 Schiffen, die in der Umgebung der Straße von Hormus verkehren und irgendwie auf Deutschland zurückzuführen sind, befinden sich laut Angaben der Marine alleine 44 im Persischen Golf. Drei dieser Schiffe wurden bereits Ziel von Angriffen. Das hat die 'Welt am Sonntag' aufgedeckt, gestützt auf ein internes Dokument der Deutschen Marine. Dem darin enthaltenen Update vom 4. Juni zufolge wird die Lage vor Ort unverhohlen als "kritisch" eingeschätzt – das ist keine Worthülse, sondern fasst dutzende Übergriffe seit Ausbruch der Militäroperationen im Iran zusammen. Immer wieder geraten Schiffe – offenbar ohne großes Aufsehen – unter Beschuss, sei es durch Akteure aus dem Iran, die USA oder schlichtweg durch Piraten. Hinzu kommt die unterschwellige, aber anhaltende Bedrohung durch Seeminen, die unterschwellig wie die Strömung lauern. Im Briefing der Marine heißt es wörtlich, die Gefahr durch weitere Minen in und um die Straße von Hormus sei nach wie vor da und könne nicht ausgeschlossen werden. Auch das Stören von Navigationssystemen (AIS und GPS) gehört weiterhin zum Alltag in der Region, auch wenn diese Beeinträchtigungen seit März seltener geworden sind. Gerade in den letzten Tagen gab es aber wieder vermehrt Probleme, insbesondere im Umfeld des saudi-arabischen Hafens Yanbu und in der Straße von Hormus selbst. Mit anderen Worten: Keiner kann mit völliger Sicherheit sagen, was als Nächstes passiert.

Mit 155 Schiffen, die aktuell in der Nähe der Straße von Hormus unter deutscher Flagge oder mit deutschem Bezug verkehren, bleibt die Lage für deutsche Reedereien und Mannschaften angespannt. Die Kombination aus gezielten Angriffen, der drohenden Gefahr durch Minen und immer wiederkehrenden Navigationsstörungen erzeugt ein nicht planbares Risiko – das bekommen Unternehmen wie Crews gleichermaßen zu spüren. In den jüngsten Berichten wurde deutlich, dass gerade nach dem erneuten Aufflammen von Konflikten zwischen Iran und anderen Akteuren die Frequenz von Zwischenfällen zwar schwankt, aber ein Grundrauschen an Unsicherheit allgegenwärtig bleibt. Nach jüngsten Recherchen unterstreichen mehrere aktuelle Medienberichte aus dem deutschsprachigen Raum die wachsenden Sorgen der Schifffahrt – nicht zuletzt, weil die Straße von Hormus fast ein Drittel des weltweiten Seehandels von Erdöl betrifft (diese Zahl ist übrigens immer wieder umstritten; sie schwankt, bleibt aber immens). Die politisch-militärischen Spannungen – auch im Zusammenhang mit israelisch-iranischen Eskalationen und Drohnenangriffen – werden weiterhin als große Gefahr bewertet. Unternehmen setzen mittlerweile verstärkt auf internationale Kooperationen für härtere Sicherheitsmaßnahmen an Bord. Zudem weisen viele Beobachter darauf hin, dass die Navigation durch mögliche GPS-Störungen auch für zivile Schiffe immer riskanter wird, da fehlerhafte Positionsangaben fatal enden könnten.

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