Boris Palmer bleibt bei allen Aussagen – Bereuen? Fehlanzeige.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer steht nach wie vor zu seinen gelegentlich polarisierenden Bemerkungen – und hält von öffentlichem Zurückrudern eher wenig.

heute 14:37 Uhr | 2 mal gelesen

Im Gespräch mit dem "Spiegel" machte Palmer recht unverblümt klar: "Ich stehe zu allem, was ich von mir gegeben habe." Dass er seinen Kritikern mit manchen Formulierungen eine Steilvorlage geliefert hat, nervt ihn – nicht der Inhalt. Um künftig digitalen Empörungswellen auszuweichen, zieht er mittlerweile eine Art Backup aus dem Hut: Er fragt bei zweifelhafter Wortwahl einfach die KI nach einer 'Social Media TÜV-Plakette'. Mit ChatGPT als moralischem Kompass – "ziemlich woke, ist fast immer gegen meinen Tonfall" – prüft Palmer, wie heikel seine Texte wirken. Zwischendrin räumt er ein: "Fehler waren natürlich dabei." Allerdings gab es Entschuldigungen eher aus strategischem Kalkül als aus echter Reue. Für Palmer ist es ein gesellschaftliches Problem, dass Menschen so lange öffentlich an den Pranger gestellt werden, bis sie eine Art Demutsgeste liefern. Den aktuellen Trend zur hypersensiblen Sprachhygiene sieht er auf dem absteigenden Ast: "Es ist dermaßen überreguliert worden, dass viele einfach genug davon haben." Übrigens sorgt Palmer gerade mit moderateren Tönen in sozialen Netzwerken wieder für politische Akzeptanz – dennoch wird er keinen Ministerposten unter Özdemir anstreben. Trotzdem: Ein Hintereingang in die Landesregierung bleibt möglich, man weiß ja nie, wie die Dinge so laufen.

Boris Palmer, der immer wieder durch pointierte, teils kontroverse Äußerungen auffällt, bleibt sich selbst treu: Er bereut nichts, was er gesagt hat, sieht aber ein, dass er Gegnern zu oft Angriffsflächen geboten hat. Seine neue Strategie: kritische Posts lässt er vorab von Künstlicher Intelligenz checken, obwohl er die Haltung der KI als zu "woke" einstuft. Im breiteren Kontext wird Palmer zunehmend als Vertreter einer öffentlichen Gegenbewegung zur strikten Sprach- und Verhaltensmoral wahrgenommen – aktuelle Berichterstattungen in den Medien spiegeln sowohl Zuspruch als auch Kritik wider. Laut Recherchen der letzten 48 Stunden gibt es eine anhaltende Diskussion über die Rolle der Meinungsfreiheit und die gesellschaftliche Akzeptanz unterschiedlicher Positionen, gerade im Hinblick auf Politiker, die wie Palmer für ihre Direktheit bekannt sind.

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