Deutschlands Diplomatie auf internationalem Parkett liegt nach der gescheiterten Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat schwer im Kreuzfeuer der Kritik. Vor allem Annalena Baerbock, die bis vor kurzem als Außenministerin das Gesicht der deutschen Außenpolitik war, steht im Mittelpunkt der Debatte. Interessant fand ich dabei die Äußerungen von Botswanas Ex-Präsident Masisi, der in einem Interview mit der 'Bild' recht unverblümt seine Sicht darlegte: Anstatt sich mit mahnenden Worten oder klugen Ratschlägen zum Umgang mit Elefanten und sanitären Anlagen einzumischen (was für eine absurde Kombination, eigentlich), hätte man sich bei der deutschen Diplomatie lieber auf respektvolle Partnerschaften konzentriert. Masisi redet nicht drumherum: Er nennt Deutschlands Auftreten 'herablassend' und 'respektlos' und meint, das habe die Beziehung zwischen seinem Land – aber auch vielen anderen afrikanischen Staaten – und Deutschland nachhaltig geprägt. Bemerkenswert ehrlich, muss ich sagen. Es klingt fast, als sei er erleichtert, dass Baerbock mittlerweile nicht mehr im Amt ist. Auf Nachfrage, wie Botswana eigentlich abgestimmt hat, ließ Masisi sich dann nicht in die Karten schauen – kein Kommentar.
Botswanas Ex-Präsident Masisi hat nach Deutschlands Misserfolg bei der UN-Sicherheitsrat-Wahl deutliche Kritik an Annalena Baerbock geübt. Er sprach von einer herablassenden und respektlosen Haltung Deutschlands in den letzten Jahren, die viele afrikanische Länder entfremdet habe, und stellte infrage, ob die deutsche Außenpolitik angemessen auf Kooperation und Augenhöhe setze. Aktuelle Presseberichte bestätigen einen anhaltenden Diskurs um die deutsche Afrikapolitik: Mehrere afrikanische Staaten fühlten sich in internationalen Abstimmungen nicht ernst genommen, was offenbar Auswirkungen auf Deutschlands internationales Ansehen und seinen Einfluss auf multilateralen Bühnen hat. Zudem wurde in verschiedenen Medien thematisiert, wie neue außenpolitische Initiativen und Kurswechsel in Deutschland inzwischen forciert werden – mit dem Ziel, verloren gegangenes Vertrauen schrittweise wiederherzustellen. Zahlreiche Stimmen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft mahnen, dass nachhaltige Partnerschaften nur auf der Basis von Respekt, Zuhören und gegenseitigem Verständnis funktionieren können.