Bundesliga-Kracher: Leipzig und Dortmund trennen sich 2:2 – späte Erlösung für den BVB

Ein packendes Spitzenspiel am 23. Spieltag der Bundesliga endet mit einem 2:2-Remis zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund. Dortmund gleicht erst in der Nachspielzeit aus – und Bayern München profitiert still mit.

heute 20:34 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn Fußballabende ein Eigenleben entwickeln, dann war dieses Match das beste Beispiel: RB Leipzig zeigte sich gegen den BVB streckenweise überlegen, führte dank Baumgartner schnell mit zwei Treffern – doch am Ende jubelten beide Mannschaften nur mühsam übers Ergebnis. Schon die Anfangsminuten hatten den Atem von Spitzenspiel: Tempo, kleine Fouls, nie Leerlauf. Besonders auffällig auf Leipziger Seite: Diomande und Raum wuselten auf der linken Seite immer wieder gefährlich Richtung Strafraum. Nach zwanzig Minuten dann der verdiente Lohn – Baumgartner schiebt nach starker Vorarbeit abgeklärt zur Führung ein, nach VAR-Check bleibt alles beim Alten. Kurios: Dortmunds Defensive wirkte ungewohnt fahrig, die Gastgeber dominierten weite Teile der ersten Halbzeit und legten folgerichtig das 2:0 nach – wieder war Baumgartner zur Stelle, die ganze Szene wirkte fast wie eine Kopie des ersten Treffers. Eigentlich hätte das Match damit fast gelaufen sein können. Hätte, ja. Denn dann kam, mal wieder, ein kurioses Eigen- bzw. Anschlusstor – Sabitzer stand offiziell als Torschütze auf dem Spielbericht, doch die eigentliche Verwirrung stifteten die Leipziger, als sie den Ball selbst ins Netz bugsierten. Auf einmal war Dortmund wieder im Spiel. Trainer Kovać brachte neue Kräfte, unter anderem Brandt, doch Leipzig blieb erst einmal die gefährlichere Mannschaft – auch weil Baku eine Riesenchance vergab: Statt sich zu feiern, blieb ihm nur das Anlehnen ans Außennetz. Dortmund sammelte fleißig Gelbe Karten, das Gewusel nahm zu. Und doch – als eigentlich viele schon abschalteten, netzte Fábio Silva für den BVB in der Nachspielzeit zum Ausgleich ein. 2:2, beide irgendwie unzufrieden, und Bayern kann sich leise freuen. Fußball, du seltsames Spiel!

RB Leipzig verschenkt gegen Borussia Dortmund in den letzten Sekunden einen sicher geglaubten Sieg – und das nach einer Partie, in der sie lange Chef im eigenen Haus waren. Dortmund zeigte sich kämpferisch, fand aber erst durch einen Eigentor-Anschlusstreffer und das späte 2:2 ins Spiel zurück. Interessant: Leipzig bleibt damit weiter unter Druck im Tabellenkampf, während die Münchner von der Punkteteilung profitieren und ihren Vorsprung auf den BVB ausbauen. Ergänzend dazu wurde in den letzten Tagen in der Sportpresse vor allem die mentale Stärke von Dortmund diskutiert, die ausgerechnet in Durchhänger-Phasen immer wieder entscheidende Tore erzielen. Zudem stehen für beide Clubs nun brisante Spiele gegen direkte Konkurrenten an, was den Druck erhöht: Leipzig trifft demnächst auf Hoffenheim, Dortmund erwartet das Spitzenduell gegen Leverkusen. Nebenbei wurde noch über strittige Schiedsrichterentscheidungen in diesem Spiel debattiert – der ausgebliebene Elfmeterpfiff bleibt Gesprächsthema. Sportanalysen zeigen: Leipzigs Spielstruktur und Gegenpressing funktionieren, doch das Verwalten von Führungen ist nach wie vor nicht sattelfest. Dortmund hingegen bewies Moral, muss aber dringend an der Defensive und am kontrollierten Spielaufbau arbeiten. Im Fokus stehen für beide Teams außerdem mehrere Leistungsträger – bei Leipzig Baumgartner, bei Dortmund vor allem der formstarke, aber manchmal undisziplinierte Sabitzer.

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