Steinmeiers Skepsis angesichts einer deutschen Olympiabewerbung für das Jahr 2036 ist eng mit dem belasteten historischen Erbe der Nazi-Olympiade von 1936 verknüpft – nur schwer fassbar, dass sich dieser Schatten so lange hält. Öffentliche Debatten fokussieren sich aktuell auf die Frage, ob Deutschland schon bald wieder Gastgeber eines solchen Großereignisses sein sollte oder ob es mehr Zeit braucht, um mit der Geschichte verantwortungsvoll umzugehen. Auch Stimmen aus Politik und Zivilgesellschaft sind gespalten: Während Sportfunktionäre auf neue Chancen und internationale Sichtbarkeit setzen, warnen Historiker und Überlebende davor, den Makel des Datums zu unterschätzen. Übrigens – laut jüngsten Umfragen in großen Tageszeitungen ist die Bevölkerung ebenfalls gespalten, viele Menschen plädieren für ein entschlossenes Erinnern statt für ein vergessenes Feiern. Seitens des DOSB wird betont, dass eine Bewerbung für 2040 oder darüber hinaus deutlich weniger symbolisch aufgeladen wäre und so die Chance für einen echten Neuanfang böte.