US-Börsen drehen ins Plus – Uneinigkeit bei der Fed über weitere Zinsschritte

Die Wall Street hat den Mittwoch mit leichten Gewinnen abgeschlossen. Der Dow Jones kletterte bis Handelsschluss auf 49.663 Punkte, was ihm einen Zuwachs von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag einbrachte. Auch S&P 500 und Nasdaq schlossen im Plus – während im Hintergrund das Ringen der US-Notenbank über den künftigen Zinspfad weitergeht.

18.02.26 22:44 Uhr | 3 mal gelesen

Im Protokoll der letzten Fed-Sitzung, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, lässt sich ein gewisses Durcheinander bei den Einschätzungen erkennen: Einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses plädierten für weitere Senkungen des Leitzinses, sollten sich die Inflationsraten wie prognostiziert zurückentwickeln. Wieder andere befürworteten, dass die Zinsen lieber noch eine Weile auf ihrem aktuellen Niveau verbleiben, um weitere wirtschaftliche Daten abzuwarten. Manche im Gremium wollen eine Lockerung der Geldpolitik sogar erst dann anpacken, wenn deutliche Belege für einen nachhaltigen Rückgang der Inflation vorliegen – das Vertrauen in einen selbstlaufenden Desinflationsprozess scheint also nicht ungeteilt. Während die Märkte in den USA auf neue Kursgewinne hoffen, schwächelt der Euro zum Dollar; am Abend musste man 1,1786 US-Dollar für einen Euro zahlen, und wer einen Dollar kaufte, brauchte dafür 0,8485 Euro. Der Goldpreis schoss spürbar nach oben: Für eine Feinunze wurden satte 4.982 US-Dollar aufgerufen, rund 2,1 Prozent mehr als zuletzt, was momentan 135,91 Euro je Gramm entspricht. Auch der Ölpreis zog merklich an – ein Fass Brent notierte gegen 22 Uhr bei 70,50 US-Dollar, ganze 4,6 Prozent über dem Wert vom Vortag.

Gerade in wirtschaftlich bewegten Zeiten richtet sich der Blick vieler auf das Protokoll der US-Notenbank – schließlich gibt es oft Hinweise, wie restriktiv oder locker die Geldpolitik künftig ausfallen könnte. Spannend ist diesmal der spürbare Dissens im Offenmarktausschuss: Es existiert ein Tauziehen zwischen der Fraktion der Zinssenkungsbefürworter und jenen, die mehr Geduld empfehlen. Diese Uneinigkeit erzeugt Unsicherheit an den Märkten und könnte mittelfristig für mehr Volatilität sorgen. Im Übrigen setzten sowohl Gold als auch Öl ihre Aufwärtsbewegung fort, was zum einen mit geopolitischen Risiken, zum anderen mit Inflationssorgen zusammenhängen dürfte – der zuletzt peinlich schwache Euro vollendet dieses bunte Bild der globalen Finanzmärkte. Übrigens warnen manche Analysten davor, zu früh auf Zinssenkungen zu hoffen; die jüngsten Zahlen zum Arbeitsmarkt und die robusten Unternehmensgewinne könnten der Fed durchaus Argumente liefern, vorsichtiger vorzugehen. Laut taz.de werden außerdem die globalen Lieferketten und der wiedererstarkende US-Dollar zunehmend zum Unsicherheitsfaktor für Europas Wirtschaft (Stichwort: Wettbewerbsfähigkeit). Eine vertiefende Analyse der Emerging Markets und ihrer Anfälligkeit für US-Zinsentscheidungen hat wiederum die F.A.Z. veröffentlicht. Die Debatte dürfte in den kommenden Wochen nicht an Schärfe verlieren.

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