Gerade in wirtschaftlich bewegten Zeiten richtet sich der Blick vieler auf das Protokoll der US-Notenbank – schließlich gibt es oft Hinweise, wie restriktiv oder locker die Geldpolitik künftig ausfallen könnte. Spannend ist diesmal der spürbare Dissens im Offenmarktausschuss: Es existiert ein Tauziehen zwischen der Fraktion der Zinssenkungsbefürworter und jenen, die mehr Geduld empfehlen. Diese Uneinigkeit erzeugt Unsicherheit an den Märkten und könnte mittelfristig für mehr Volatilität sorgen. Im Übrigen setzten sowohl Gold als auch Öl ihre Aufwärtsbewegung fort, was zum einen mit geopolitischen Risiken, zum anderen mit Inflationssorgen zusammenhängen dürfte – der zuletzt peinlich schwache Euro vollendet dieses bunte Bild der globalen Finanzmärkte. Übrigens warnen manche Analysten davor, zu früh auf Zinssenkungen zu hoffen; die jüngsten Zahlen zum Arbeitsmarkt und die robusten Unternehmensgewinne könnten der Fed durchaus Argumente liefern, vorsichtiger vorzugehen. Laut taz.de werden außerdem die globalen Lieferketten und der wiedererstarkende US-Dollar zunehmend zum Unsicherheitsfaktor für Europas Wirtschaft (Stichwort: Wettbewerbsfähigkeit). Eine vertiefende Analyse der Emerging Markets und ihrer Anfälligkeit für US-Zinsentscheidungen hat wiederum die F.A.Z. veröffentlicht. Die Debatte dürfte in den kommenden Wochen nicht an Schärfe verlieren.