Monika Schnitzer bezweifelt, dass die vorgeschlagenen Steuererleichterungen der Union nachhaltig oder sozial ausgewogen wirken – insbesondere für mittlere Einkommen bleibt der Effekt marginal. Angesichts drastisch gestiegener Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung kritisiert sie, dass die geplante Entlastung diese Mehrkosten de facto ausgleicht und es kaum ein Plus für Familien gibt. Schnitzers Forderung: Statt Symptombehandlung solle die Regierung mutige Strukturreformen anpacken, vor allem die Effizienz und Finanzierung der Sozialversicherungen. Aktuell spitzt sich die politische Debatte um Steuer- und Sozialpolitik in Deutschland zu: Laut einem frisch erschienenen taz-Artikel bekommt die Regierung zunehmend Druck von Wirtschaftsvertretern und Sozialverbänden, die vor einer wachsenden Kluft zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten warnen. Die FAZ berichtet unterdessen von ersten Gesprächsrunden in Berlin, bei denen sich abzeichnet, dass ohne grundlegende Steuerstrukturreformen bis 2027 hohe Haushaltsdefizite drohen – dabei werden vor allem kurzfristig wirkende Steuer-Entlastungen kritisch hinterfragt. In der Süddeutschen Zeitung wird das Thema genutzt, um zu analysieren, wie sozialpolitische Maßnahmen und Entlastungen in Deutschland immer wieder an mächtigen Interessengruppen und Koalitionszwängen scheitern, und wie die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst.