Junge Union plädiert für drastische Kürzungen bei der Rente

Johannes Winkel, Chef der Jungen Union (CDU), schlägt vor, die staatlichen Rentenausgaben jährlich um über 50 Milliarden Euro zu reduzieren – und zieht damit heftige Diskussionen über Gerechtigkeit und Zukunftssicherheit los.

heute 07:25 Uhr | 4 mal gelesen

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Jungen in der Union so rabiat an der Rente sägen? Johannes Winkel, dieser Name wird sich einprägen, fordert laut 'Bild', dass Rentenerhöhungen sich künftig nicht mehr brav an den Löhnen orientieren, sondern nur noch an der Inflation. Ein harter Schnitt – und Winkel hat auch gleich eine Zahl parat: Laut Internationalem Währungsfonds wären so stolze 45 Milliarden Euro jährlich zu sparen. Ein dicker Batzen, der – ach ja – vor allem auf dem Rücken der kommenden Rentnergeneration lastet. Zusätzlich möchte er die Rente mit 63 kippen. Die bringt seiner Rechnung nach immerhin nochmal 13 Milliarden Euro Entlastung – für den Staat, wohlgemerkt. Winkels Absage an die SPD ist unüberhörbar: Sie solle endlich mitziehen, was er mit einer fast ungeduldigen Schärfe vorträgt. Die SPD würde den demographischen Wandel schlichtweg ignorieren, heißt es. Schon beim Lesen fragt man sich: Macht das unsere Rentenpolitik moderner – oder nur kälter? So oder so: Einen Überraschungscoup hat Winkel damit gelandet.

Die Debatte um die Rentenreform flammt durch die Forderungen von Johannes Winkel kräftig auf. Experten verweisen darauf, dass eine Bindung der Rentenanpassung an die Inflation statt an die Löhne langfristig zu einer spürbaren Entwertung der Altersbezüge führen würde. Hingegen warnen Gewerkschaften und Sozialverbände, dass dies Altersarmut verschärfen könnte, während Wirtschaftsinstitute die fiskalische Entlastung begrüßen. In vielen Medienkommentaren werden zudem Zweifel laut, ob solche einschneidenden Reformen politisch durchsetzbar oder gesellschaftlich akzeptiert werden. Ergänzend berichten aktuelle Analysen, dass die Debatte um die Finanzierung des Umlagesystems grundsätzlich verschärft wird – immer vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung. Zuletzt mehren sich Stimmen, die statt pauschaler Kürzungen eher neue Einnahmequellen wie eine Erwerbstätigenversicherung fordern.

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