Mit der Entscheidung, die temporären Grenzkontrollen an deutschen Binnengrenzen um weitere sechs Monate zu verlängern, möchte Innenminister Dobrindt offensichtlich ein Zeichen der Sicherheit und Kontrolle setzen. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass wiederholte Grenzkontrollen, obwohl formal bei der EU angemeldet, den Schengen-Gedanken zumindest vorübergehend aushebeln und so vermutlich auch praktisch – etwa für Pendler – spürbare Konsequenzen haben. Gleichzeitig spitzt sich die Debatte zu, wie Deutschland seine Migrationspolitik stärker auf Abschreckung und Auswahl ausrichtet; neue Maßnahmen wie beschleunigte Asylverfahren und engere Kooperation mit Nachbarstaaten sind laut offiziellen Statements in Planung oder bereits im Rollout. Neuere Analysen zeigen, dass der politische Druck gerade aus Bayern steigt: Besonders vor den anstehenden Landtagswahlen fordern einige Stimmen ein entschlosseneres Durchgreifen, sodass Grenzkontrolle für viele Politiker zum Symbol geworden ist. Die europäische Diskussion dazu verläuft weiterhin kontrovers – Frankreich, Österreich und andere Länder verlängern angesichts von Sicherheitsbedenken ähnliche Maßnahmen. Zeitgleich setzen Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl oder Amnesty verstärkt auf öffentliche Kritik, da sie negative Auswirkungen für Schutzsuchende und Reisende betonen.