Grenzkontrollen: Dobrindt hält an verlängerten Maßnahmen fest

Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) setzt weiterhin auf feste Kontrollen an den Landesgrenzen – erneut für sechs Monate.

heute 06:27 Uhr | 4 mal gelesen

Mit einem Seufzer, der Sturheit und vielleicht Sorge gleichermaßen ausdrückt, gab Innenminister Dobrindt (CSU) die Verlängerung der Grenzkontrollen entlang sämtlicher deutscher Staatsgrenzen bekannt – und zwar mindestens bis Mitte September 2026. Die 'Bild'-Zeitung brachte es zuerst: Die Bundesregierung reagiere damit, so wird im Nachgang betont, auf eine nach wie vor angespannte Sicherheitslage. Hinter den Kulissen trudelt dazu gerade eine offizielle Mitteilung an die EU-Kommission in Brüssel ein – bürokratische Pflicht, weil eigentlich im Schengen-Raum solche Grenzkontrollen Ausnahmefälle bleiben sollen; das ist nicht neu. 'Wir verlängern jetzt aktiv die Grenzkontrollen zu all unseren Nachbarn', so Dobrindt wortwörtlich, wobei die Grenzen zu Österreich und Polen bekanntermaßen schon seit Längerem im Fokus stehen. Die Aussage, das Ganze sei 'Teil einer neuen Migrationspolitik', klingt beinahe wie ein Mantra – als wolle man den Protest schon mitformulieren, bevor er richtig laut wird. Was viele beschäftigt: Ist dies ein Symbol politischer Entschlossenheit oder greift hier Routine die Flexibilität der offenen Grenzen an? Es bleibt zwiespältig.

Mit der Entscheidung, die temporären Grenzkontrollen an deutschen Binnengrenzen um weitere sechs Monate zu verlängern, möchte Innenminister Dobrindt offensichtlich ein Zeichen der Sicherheit und Kontrolle setzen. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass wiederholte Grenzkontrollen, obwohl formal bei der EU angemeldet, den Schengen-Gedanken zumindest vorübergehend aushebeln und so vermutlich auch praktisch – etwa für Pendler – spürbare Konsequenzen haben. Gleichzeitig spitzt sich die Debatte zu, wie Deutschland seine Migrationspolitik stärker auf Abschreckung und Auswahl ausrichtet; neue Maßnahmen wie beschleunigte Asylverfahren und engere Kooperation mit Nachbarstaaten sind laut offiziellen Statements in Planung oder bereits im Rollout. Neuere Analysen zeigen, dass der politische Druck gerade aus Bayern steigt: Besonders vor den anstehenden Landtagswahlen fordern einige Stimmen ein entschlosseneres Durchgreifen, sodass Grenzkontrolle für viele Politiker zum Symbol geworden ist. Die europäische Diskussion dazu verläuft weiterhin kontrovers – Frankreich, Österreich und andere Länder verlängern angesichts von Sicherheitsbedenken ähnliche Maßnahmen. Zeitgleich setzen Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl oder Amnesty verstärkt auf öffentliche Kritik, da sie negative Auswirkungen für Schutzsuchende und Reisende betonen.

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