Kurz vor und während der Münchner Sicherheitskonferenz meldet sich ein ungewöhnliches Bündnis aus Politik, Stiftungswelt und Ökonomie zu Wort und ruft nach einer deutlichen Aufstockung der Mittel für Entwicklungshilfe – bemerkenswert dabei: Die Forderung wird von Politikerinnen und Politikern parteiübergreifend unterschrieben, was vor dem Hintergrund sonst eher gegensätzlicher sicherheitspolitischer Ideologien als ein Novum gilt. Zentrale Argumentation: Wer ausschließlich in militärische Sicherheit investiert, greift zu kurz – Krisenprävention, ‚soft power‘ und internationale Partnerschaften stärken Deutschlands Rolle ebenso wie Verteidigungsbudgets. Jüngere Analysen, beispielsweise auch vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, unterstreichen, dass gerade in Zeiten globaler Instabilität und sich zuspitzender geopolitischer Konkurrenz Entwicklungspolitik als Hebel zur Stärkung der eigenen Position und zur Vermeidung teurer Konflikte unverzichtbar sei. Laut einer aktuellen Meldung der Süddeutschen Zeitung plädieren mehrere Akteure auf der Sicherheitskonferenz mit Nachdruck dafür, finanzielle Kürzungen der letzten Jahre rückgängig zu machen – auch, um nicht den Einfluss an China und Russland in Afrika und Asien zu verlieren. Die Bundesregierung signalisierte Gesprächsbereitschaft, eine konkrete Erhöhung ist jedoch noch offen. Zudem wurde in den letzten Tagen mehrfach betont, wie eng humanitäre Hilfe, wirtschaftliche Entwicklungsförderung und diplomatische Beziehungen zusammenspielen, um Fluchtursachen ganzheitlich zu bekämpfen.