Christoph Pellander, der baldige Geschäftsführer der ARD Degeto Film, moderierte zusammen mit Jonas Schlatterbeck (Leiter Content ARD Mediathek) durch den Vormittag. Beide brachten ein Leitmotiv auf den Punkt: Erfolgreiche Serien und Filme brauchen mehr als nur eine gute Story. Schon während der Entwicklung sollten Kreative fragen, wie ihre Werke die richtigen Menschen erreichen – nicht erst, wenn alles fertig ist. Ein Perfect Match aus Erzählkunst, Timing und passender Plattform, das war die Devise. Drei Content-Highlights stellten den neuen Ansatz gleich unter Beweis: Mit 'All Heroes Are Bastards' demonstrierten Esra und Patrick Phul, wie Superhelden-Genre auch anders geht – lokal verankert, direkt aus Köln-Porz, für die Community. Die Serie läuft in den Berlinale Series Market Selects. 'House of Yang', ein dunkles Schwarzwald-Mystery von Stefanie Ren, protzt mit starker Atmosphäre und dem Mut, Vergangenes und Gegenwart zu verknüpfen – Mia Spengler führte Regie, das Format ist Teil der Berlinale Special Series. Aus dem Norden überzeugt schließlich die Dramedy 'Friesenjunkies' von Emil und Oskar Belton. Hier treffen ganz unterschiedliche Lebenswelten im Luxus-Entzug aufeinander – thematisch raffiniert und mit eigenwilligen Charakteren. Alle genannten Serien sind demnächst in der ARD Mediathek verfügbar.
Das diesjährige Netzwerktreffen der ARD Degeto zur Berlinale hat deutlich gemacht, wie sehr sich die Branche wandelt: Inhaltliche Qualität und strategische Verbreitung müssen heute Hand in Hand gehen. Die präsentierten Serien unterstreichen die Vielfalt des aktuellen Angebots, das sich durch innovative Stoffe und eine starke Verbindung zur jeweiligen Zielgruppe auszeichnet. Im Kontext der Berlinale zeigte sich zudem, dass Streaming-Plattformen und digitale Mediatheken wie die ARD Mediathek nicht nur als Distributionskanäle, sondern als kreative Motoren für neue Serienformate funktionieren. Aktuelle Branchentrends verweisen auf eine verstärkte Kooperation zwischen öffentlichen Rundfunkanstalten und jungen Kreativen, die sowohl lokale Identität als auch globale Themen ins Zentrum stellen. Themen wie Diversität, Community-Building und experimentelle Erzählweisen prägen verstärkt das deutsche Fiction-Angebot. Die aktuelle Presseberichterstattung betont außerdem, wie die Berlinale weiterhin ein Schaufenster für serielle Innovation bleibt, Sichtbarkeit schafft und Diskurse rund um die Zukunft audiovisueller Inhalte anstößt.